[Was. Wann. 9/19] Diese Bücher erscheinen im September

Bücher erscheinen immer, den Überblick zu bewahren ist nahezu unmöglich. Nicht so, wenn ihr beim Krimisofa vorbeischaut, denn ab diesem Jahr erscheint immer am Ersten des Monats ein – zumindest grober – Überblick über einige Neuerscheinungen im Krimi/Thriller/Horror-Segment. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber zumindest die Mainstream-Verlage sind halbwegs abgedeckt. Die Sofa-Hypeskala verdeutlicht, wie sehr ich persönlich mich auf einer Skala von 1-10 auf das Buch freue. Bei einer 7, 8, 9 oder 10 ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Buch vom Krimisofa rezensiert wird. Und jetzt viel Spaß beim stöbern und schreibt doch, auf welche Bücher ihr euch am meisten freut 😊 Weiterlesen

[Rezension] Andreas Gruber: Todesmal (Maarten Sneijder – Band #5)

Maarten Sneijder hat beim BKA gekündigt, nachdem seine Sonderkonditionen nicht vom BKA-Präsidenten akzeptiert wurden. Konditionen gegen das selbst der Europäische Gerichtshof aufschreien würde, weil sie so weitreichend sind, dass sie zum Teil gegen die Genfer Konventionen verstoßen. Nun kommt eine Nonne ins BKA-Präsidium und gesteht, dass in den nächsten sieben Tagen sieben Menschen sterben werden – an jedem Tag einer. Warum und weshalb verrät sie nicht. Sabine Nemez stößt beim Verhör auf Granit – sie rede nur mit einem: Maarten S. Sneijder. Doch selbst der ist mit dem Fall überfordert …

Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 4/5
Atmosphäre: 4/5
Charaktere: 4/5
Spannung: 4/5
Showdown: 4/5


Prolog: Ein neuer Gruber – Hurra! Ein neuer Sneijder-Roman von Gruber – doppeltes Hurra! Es ist bereits der fünfte Thriller der Sneijder-Reihe, mit Maarten Sneijder, dem extravagantesten Ermittler, den ich kenne. Er kifft, ist misanthrop und punktiert sich selbst – gleichzeitig ist er ein Genie. Auch wenn „Todesmal“ der bereits fünfte Teil der Reihe kann man die Bücher auch einzeln lesen. Wenn man den Charakter des Maarten S. Sneijder begreifen will, sollte man allerdings alle fünf lesen.


 

ein intelligent und raffiniert konstruierter Thriller


Maarten S. Sneijder war immer schon sonderbar – er behandelt Leute grundsätzlich schlecht, erhebt sich über andere, kifft jeden Tag (keine Ahnung, ob das so gesund ist) – aber diesmal ist er nicht nur sonderbar, sondern er verlangt auch eine Sonderbehandlung vom BKA, unter anderem will er grundsätzliche Immunität gegen alles. Natürlich genehmigt ihm die der BKA-Präsident nicht – zumindest nicht, bis er vom aktuellen Fall erfährt. Denn die Nonne, die eben ins BKA-Gebäude gekommen ist, will nur und ausschließlich mit Sneijder sprechen. Doch der schafft den Fall, bei dem in den nächsten sieben Tagen sieben Menschen sterben sollen, nicht alleine. Weshalb er ein Team zusammenstellt – ja, ihr lest richtig, Sneijder, der alle Menschen auf dieser Welt hasst, wird diesmal zum Teamplayer. Sympathischer wird er trotzdem nicht, zumindest nicht für die Charaktere im Buch – für den Leser hingegen wird er es, weil fieser und raffinierter denn je. Das Team ist ein who is who aus der Sneijder-Reihe; Sabine Nemez ist natürlich part of the game, daneben noch unter anderem Rudolf Horowitz aus der Schweiz oder der Häftling Krzysztof, dem man als Leser ebenfalls schon begegnet ist.

Erster Satz in „Todesmal“

Es sind äußerst grausame Morde, vor allem bei den ersten hat sich Andreas Gruber ziemlich ins Zeug gelegt mit seiner Kreativität – zum Teil haben mich die Morde an skandinavische Thriller erinnert. Nach und nach, nämlich dann, wenn das Motiv der Nonne zutage kommt, habe ich die Frau verstanden. Am liebsten wäre ich in die Geschichte eingestiegen und hätte ihr geholfen.

Mehrere Abschnitte unterteilen das Buch, jeder Abschnitt fokussiert sich auf eine andere Stadt – darunter u.a. Wien, Bern, oder Den Haag. Wiesbaden spielt dabei allerdings immer eine zentrale Rolle, die Stadt ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden – zuerst drei Jahre und dann Monate vor dem aktuellen Geschehen. Wobei gerade die Rückblenden sehr vorherseh- und durchschaubar sind. Den Fall löst man mit diesem Wissen aber nicht, denn der geht in eine Richtung, die eigentlich nicht zum Ausgangspunkt passt. Aber Gruber hat es passend gemacht und gut konstruiert.

Die Charaktere von Sneijder und Nemez entwickeln sich weiter, bei Sneijder habe ich ja schon erklärt, dass er zum Teamplayer wird, und bei Nemez tut sich tatsächlich etwas in Sachen Liebe – das wird auch höchste Zeit, auch wenn ich mit solchen Nebenschauplätzen nicht viel anfangen kann. Aber ich habe mich schon öfter gefragt, was da eigentlich los ist.

Was mir persönlich etwas sauer aufgestoßen ist, ist, dass Gruber das mit Sneijders Sonderbehandlung von Anfang bis Ende durchzieht. Die Nonne darf keinen Anwalt haben? Ja da ist die Alte selbst schuld. Kein richterlich genehmigter Durchsuchungsbefehl? Egal. Jemanden ohne Konsequenzen umlegen? Ja gerne! Es passt zwar zu Sneijders exzentrischen Art, aber Gruber vergisst dabei, dass Sneijder im Team arbeitet und der Rest der Truppe ebenfalls konsequenzlos agieren kann. Gruber treibt es hier etwas zu sehr auf die Spitze.


Epilog: „Todesmal“ von Andreas Gruber ist ein intelligent und raffiniert konstruierter Thriller bei dem der Beginn mit dem Ende auf den ersten Blick gar nicht zusammenpasst. Neu ist, dass der griesgrämige Maarten S. Sneijder diesmal völlig freiwillig im Team arbeitet – dabei werden Charaktere dem Team hinzugefügt, die man bereits aus früheren Sneijder-Teilen kennt. Weniger gut finde ich, dass Gruber Sneijder eine Sondervollmacht gibt, mit der er und sein Team schalten und walten können wie sie wollen. Der Zweck heiligt die Mittel scheint hier oberste Priorität zu haben.

Daten zum Buch 

Autor: Andreas Gruber
Titel: Todesmal
Seiten: 592
Erschienen am: 19. August 2019
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3442486564
Preis Print: 10,99 Euro
Preis Digital: 10,99 Euro
(Preise können abweichen)

Weitere Rezensionen zu Andreas Gruber:

Rachewinter
Code Genesis
Todesmärchen
Todesreigen

[Rezensionsvorschau #20] mit Andreas Gruber – Todesmal, B.C. Schiller – Böse Tränen, Sam Eastland – Rote Ikone, Benedikt Gollhardt – Westwall, Jenny Blackhurst – Mein Herz so schwarz, David Slattery – Der Hochstapler

Der eBook-Stapel steht hier (okay, die Dateien liegen hier am PC rum) und wartet darauf, abgearbeitet zu werden. Folgende Bücher werden in den nächsten Wochen rezensiert auf dem Krimisofa veröffentlicht. Die Klappentexte habe ich schamlos von den Seiten der Verlagsgruppen Random House und Bastei Lübbe bzw. die von Edition M geklaut  😉
Die Reihenfolge ist nicht endgültig, aber in der Regel wie hier dargestellt. Die Preise sind in Eurp und können abweichen. Weiterlesen

[Rezension] Chris Carter: Jagd auf die Bestie (Hunter & Garcia – Band #10)

Die Bestie ist wieder da. Über drei Jahre saß Lucien Folter in einem Hochsicherheitsgefängnis, in das ihn Robert Hunter gebracht hat, doch das ist Geschichte. Folter hat den Ausbruch geschafft und kann nun wieder das tun, was er am liebsten macht: töten – auf jede beliebige Art. Hunter hingegen ist es unbegreiflich, wie Folter aus dem Gefängnis kam und dabei fünf Aufseher und Pfleger töten konnte. Auch sein Kollege Garcia kann es nicht verstehen. Aber Hunter weiß, dass es Folter nicht auf Garcia abgesehen hat, sondern einzig und allein auf ihn, denn Hunter kennt Folter aus seiner Studienzeit. Und war mit ihm befreundet  …  Weiterlesen

[Rezension] Harlan Coben: Honeymoon

Keiner soll wissen, dass Laura und David heiraten, noch weniger, wo sie ihre Flitterwochen verbringen. Laura ist das ehemalige Model, das den Job allerdings nach wenigen Jahren an den Nagel gehängt hat und jetzt erfolgreiche Geschäftsfrau des Modelabels Svengali ist. David hingegen ist das Aushängeschild der Boston Celtics und einer der besten Basketballspieler seiner Zeit. Die beiden sind glücklich – doch dieses Glück währt nicht lange, denn die beiden werden gewaltsam auseinandergerissen. David fällt den Fluten zum Opfer, Laura ist am Boden zerstört. Doch nach und nach beginnt sie zu hinterfragen, ob das alles wirklich stimmt – und dabei erfährt sie Dinge über ihre eigene Familie, die sie nie erfahren wollte … Weiterlesen

[Rezension] Karen Sander: Wenn ich tot bin

Nach fast zehn Jahren steht Madelin plötzlich vor ihrem Elternhaus. Zehn Jahre, in denen ihre Mutter nicht wusste, wo sie ist. Zehn Jahre voller Ungewissheit. Susan freut sich, ihre Tochter wieder in ihre Arme schließen zu können  – doch die Freude währt nicht lange, denn nachdem Susan kurz einkaufen war, ist Madelin wieder weg. Ihr Mann liegt blutüberströmt am Boden und ihre jüngere Tochter Harper sagt kein Wort mehr. Kate soll Madelin gemeinsam mit ihrem Partner Tom, mit dem sie bei der Police Scotland arbeitet, wieder finden und heimholen. Tom betreut die Familie der abermals Vermissten schon seit deren ersten Verschwinden, doch die Suche scheint aussichtslos, denn Madelin könnte praktisch überall sein …

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[Rezension] Caroline Mitchell: Silent Victim – Manchmal schmerzt die Wahrheit mehr als eine Lüge

Emma soll umziehen, von der Insel Mersea nach Leeds. Doch das will sie nicht, keine Faser ihres Körpers will das, denn auf dem weitläufigen Grundstück, das sie mit ihrem Mann und Sohn bewohnt, hütet sie ein Geheimnis – ein kostbares Geheimnis. So kostbar, dass es ihr Leben zerstören könnte, sollte es ausgegraben werden – sie hat nämlich ihren ehemaligen Lehrer getötet und verscharrt. Ihr Mann Alex weiß davon nichts, will aber unbedingt nach Leeds, weil er dort seine Karriere vorantreiben könnte, sich die Familie ein größeres Haus leisten und Sohn Jamie an einer Privatschule anmelden könnte. Als Alex nach Leeds fährt, um sich bei seinen neuen Kollegen vorzustellen, kontaktiert ihn ein Mann, der ihn treffen wolle. Als sie sich in einer Bar treffen, steht Luke Priestwood vor ihm – Emmas ehemaliger Lehrer … Weiterlesen

[Rezension] Yrsa Sigurðardóttir: R.I.P. (Huldar und Freyja – Band #3)

Via einer App werden Videoschnippsel verschickt. In der Toilette eines Kinos wird ein junges Mädchen brutal getötet, danach wird sie aus dem Kino gezerrt und mitten auf der Straße liegengelassen. Als Huldar mit seiner Truppe zum Fundort kommt, entdeckten sie unter der Leiche einen Zettel mit einer 2 darauf. Tage später wird nur ein Zettel gefunden – mit einer 3 darauf. Die Leiche ist nicht dort und keiner weiß, wo Leiche Nummer 1 ist – die Reykjaviker Polizei steht vor einem Rätsel. Sie zieht Freyja hinzu, die schnell auf den Trichter kommt, dass Mobbing ein Motiv des Mörders sein könnte, und wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert … Weiterlesen

[Rezension] Claire Douglas: Still alive – Sie weiß, wo sie dich findet

Libby und Jamie brauchen eine Auszeit. Sie sind gerade einmal neun Monate verheiratet, aber es waren turbulente Zeiten, deshalb entschließen sie sich, einen Haustausch zu machen, nachdem sie eine dementsprechende Anfrage in ihrem Briefkasten finden. Sie ziehen in das luxuriöse Ferienhaus der Heywoods in Cornwall – die Heywoods wiederum ziehen nach Bath in die Wohnung der zwei Halls. Ihre Tochter wird einer lebensrettenden Operation unterzogen und sie wollen in der Nähe des Krankenhauses sein. Libby genießt anfangs den Luxus, den sie so nicht gewohnt ist, aber nach und nach findet sie es gruselig in dem viel zu großen Haus. Überall stehen ausgestopfte Tiere, im Kinderzimmer steht seltsames Spielzeug und der Garten wird täglich von einem Mann durchquert. Kurz bevor die zwei abreisen wollen, kommt ihr Hund Ziggy mit einem Stück Stoff aus dem Garten zurück – es sieht aus wie ein Stück Unterwäsche von Mrs. Heywood und ist blutgetränkt … Weiterlesen

[Vorschau #19] mit Claire Douglas – Still alive, Yrsa Sigurdadóttir – R.I.P., Caroline Mitchell – Silent Victim, Karen Sander – Wenn ich tot bin, Harlan Coben – Honeymoon, Chris Carter – Jagd auf die Bestie

Der eBook-Stapel steht hier (okay, die Dateien liegen hier rum) und wartet darauf, abgearbeitet zu werden. Folgende Bücher werden in den nächsten Wochen rezensiert auf dem Krimisofa veröffentlicht. Die Klappentexte habe ich schamlos von den Seiten der Verlagsgruppen Random House und Ullstein bzw. die des Aufbau-Verlag geklaut  😉
Die Reihenfolge ist nicht endgültig, aber in der Regel wie hier dargestellt. Die Preise sind in Eurp und können abweichen. Weiterlesen