Pierre Emme – Würstelmassaker

Pierre Emme WüerstelmassakerLeichenteile in ganz Wien. Seit Monaten verteilt der „Schlächter von Döbling“ Füße, Hände und andere Körperteile. Als ein Hamburger leicht betrunken durch einen Park schlendert und die Nacht auf einer Parkbank verbringt, wundert er sich am Morgen über einen Fuß, der aus einem Gebüsch hervorragt. Als er daran zieht, merkt der nun wieder nüchterne Mann, dass der Rest des Körpers fehlt. 
Mario Palinski wird indes von seiner Nenntante Nettie in ihre Altersresidenz zitiert. In der Nachbarswohnung wird gerade eine Leiche abtransportiert und Nettie vermutet dahinter einen perfiden Mord.

Pierre Emme ist tot. Also genau genommen hat er nie gelebt, zumindest nicht in Wien. Pierre Emme war das Pseudonym von Peter Millwisch, der tatsächlich nicht mehr lebt. Er verstarb 2008, drei Tage vor seinem 65. Geburtstag. Er schuf Mario Palinski, den leicht verschrobenen „Krimiliteranalogisten“ – das Wort hat er selbst erschaffen – und als solcher unterstützt er nun im bereits vierten Fall die Polizei – insbesondere seinen Freund Helmut Wallner.

Wobei dieser vierte Fall der bis dato schlechteste ist. Der Humor, der diese Serie bis dahin belebt hat, bleibt den Großteil des 270 Seiten umfassenden Krimis auf der Strecke. Der Schreibstil ist aber wie bei seinen Vorgängern auch bei diesem Teil grandios und neigt zumindest in die humoristische Ecke.

Was mir beim „Würstelmassaker“ abgeht, sind die inneren Monologe von Palinski, die die vorigen Teile zwischendurch immer wieder belebt haben. Dafür beglückt uns Emme mit einer neuen Figur namens Florian Nowotny. Der 20-jährige Polizeischüler wird Palinski zu Beginn der Geschichte an die Seite gestellt und bleibt bis zum Ende und hoffentlich darüber hinaus. Der Junge glänzt mit Scharfsinn und ergänzt sich wunderbar mit Palinski.

Trotz seiner Schwächen, die sich eben nur durch das Fehlen einiger Pointen bemerkbar machen – aber genau diese zeichnen die Serie aus –, ist es ein gutes Buch, das durchaus mit Spannung aufwartet und die ewigen Geplänkel zwischen Mario und seiner Wilma, die er seit 24 Jahre nicht geheiratet hat, gehen auch in diesem Teil weiter.

Autor: Pierre Emme
Titel: Würstelmassaker
Seiten: 275
Sonstiges: das übliche Rezept im Epilog. Diesmal etwas vegetarisches.
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 978-3899777000
Verlag: Gmeiner

 

 

 

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