Max Kinnings – 9 Stunden Angst

9stangstGeorge Wakeham ist U-Bahn-Fahrer in London. Eine beruflich vermeintlich gescheiterte Person, aber als Klaustrophobiker vollbringt er täglich seine ganz persönlichen Höchstleistungen, wenn er die U-Bahn durch dunkle enge Tunnel manövriert. Eines Tages potenziert sich diese Angst gleich mehrfach, als Thomas Denning, ein christlicher Fanatiker, mit seiner Zwillingsschwester und einem Glaubensbruder der Sekte Cruor Christi beschließt, die Sintflut in einem U-Bahn-Tunnel nachzustellen.
Ed Mallory, ein Meister in seinem Fach wenn es um Entführungen geht, soll die Katastrophe verhindern, stößt dabei allerdings an seine Grenzen.

 

Kinnings spielt in diesem Buch mit menschlichen Urängsten: einerseits mit dem Ertrinken, andererseits mit dem entführt-werden, und wiederum andererseits mit der  Angst vor der Entführung seiner Kinder. Ich kenne einen Autor, der diesen Weg in seinen ersten Romanen ebenfalls eingeschlagen hat: Linwood Barclay. Der hat seine Ideen aber wesentlich besser umgesetzt als Kinnings, bei dem das ganze Buch, die ganze Geschichte, gezwungen rüberkommt. Als Leser habe ich auch zu keinem Zeitpunkt zu irgendeinem Charakter – obwohl sie teilweise wirklich gut gezeichnet sind – eine Beziehung aufgebaut. Mit einer Ausnahme: einem Universitätsprofessor. Diesen hat Kinnings wirklich gut erwischt, denn irgendwann im Laufe der Geschichte beginnt man ihn ob seiner umständlichen Ausdrucksweise zu hassen. Kinnings selbst kommt aus dem Universitätsbetrieb, weshalb es legitim erscheint, dass er sich mit den Menschen seiner Zunft auskennt.

Kinnings hat auf der Universität Kreatives Schreiben unterrichtet und hat sich wohl irgendwann gedacht, dass er vielleicht auch einen richtig guten Unterhaltungsroman schreiben kann. Das schafft er auch zu einem gewissen Teil, man kann das Buch kaum aus der Hand legen, aber im Hinterkopf schwirrt ständig der Gedanke herum, dass irgendwas an dem Buch nicht passt. Für mich wirkt die Geschichte wie eine Hauruck-Aktion. Ein Roman erschaffen mit dem Vorschlaghammer, der obendrein einige Unstimmigkeiten beinhaltet

Ein weiteres Manko möchte ich noch ansprechen: Das Thema Sex: es gibt zwei Szenen, in denen Kinnings Sex thematisiert; diese folgen innerhalb weniger Seiten aufeinander. Aber so kurz und so plump, dass man sich fragt, ob der Autor das Thema einfach nur unterbringen wollte. Passt einfach nicht zum restlichen Plot.

Was für mich Grund genug ist, diesen Autor nicht weiter zu verfolgen.

Autor: Max Kinnings
Titel: 9 Stunden Angst
Originaltitel: Baptism
Seiten: 448
Erscheinungsjahr: 2013
Sonstiges: —
ISBN: 978-3442478774
Verlag: Goldmann

 

 

 

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