[REZENSION] Pierre Emme – Killerspiele

coverPalinski goes international. In der deutschen Stadt Singen wird ein Mord getarnt als Selbstmord verübt. Zur selben Zeit gerät ein Polizist in einen Mordanschlag. Der degradierte Hauptkommissar Anselm Wiegele untersucht den Fall und kommt schnell darauf, dass er diese Mordmethoden von irgendwo kennt – bis ihm einfällt, dass ein Bekannter aus Wien diese Idee in einem noch zu erscheinenden Buch umgesetzt hat.
Und dieser Bekannte ist Mario Palinski, der das Manuskript des Buches nur an eine Handvoll Bekannte geschickt hat. Aber wie konnte ausgerechnet der oder die Täter an diese Idee kommen …? 

 

Der fünfte Palinski-Krimi ist anders als seine Vorgänger. So anders, dass er ein Vorwort mit Erklärungen benötigt. Der Protagonist selbst steigt erst im dritten Kapitel ins Geschehen ein, und agiert im Rest des Buches eher als Nebenfigur, was einige Palinski-Fans enttäuschen könnte.

Hauptfigur ist der deutsche Anselm Wiegele, der allerdings völlig blass und ohne Konturen bleibt.

Neben Wiegele tauchen zum Großteil neue Figuren auf, alte Bekannte wie Wallner Schneckenburger oder der österreichische Innenminister kommen entweder gar nicht oder nur peripher vor. Ebenfalls fällt der letzte Teil, der in den Vorgängerteilen durch Briefe, Zeitungsartikel und Kochrezepte geprägt war, komplett weg. Stattdessen bekommt man als Epilog Prosa, die allerdings mitunter sehr unterhaltsam ist.

Was positiv ist: Es gibt wieder mehr Humor als im vierten Teil, auch findet man wieder Dialoge mit breitem Wiener Dialekt, was sehr erfrischend ist und im vierten Teil deutlich gefehlt hat. Eine Komponente, die mich mit der Zeit sehr erheitert hat, war die Darstellung eines Hustens, der eine Figur über das ganze Buch gebeutelt hat und dem Charakter etwas Leben eingehaucht hat. Der letzte Abschnitt, der aus der Sicht eines Vogels erzählt wird, setzt dem ganzen die Krone auf und erinnert an die Kapitel aus „Heurigenpassion“, die aus der Sicht eines 3-jährigen Kindes erzählt werden.

Das Buch kann man definitiv als Projekt Pierre Emmes bezeichnen. Ein ziemlich gewagtes Projekt, denn mit dem Versuch, die Geschichte an einem komplett anderem Ort spielen zu lassen, hätte sich Emme sein aufgebautes Image auch wieder zerstören können – tut er aber nicht. Seinem Stil bleibt er trotz allem auch in diesem Buch treu. Und das ist auch gut so.

Autor: Pierre Emme
Titel: Killerspiele
Seiten: 277
Erscheinungsjahr: 2007
Sonstiges: Komplett anders als die Vorgänger
ISBN: 978-3899777086
Verlag: Gmeiner