[SPOILER] Charlotte Link – Die letzte Spur

spoiler

Folgende Zeilen beinhalten Spoiler – bitte nur lesen, wenn man das Buch bereits gelesen hat oder sich nicht an Spoilern stört. 

Ein paar Sätze zu der Figur des Geoffrey Dawson, die meiner Meinung nach sehr unglücklich von Charlotte Link gezeichnet wurde. Die Sätze waren ursprünglich in der Rezension enthalten, wurden aber herausgenommen, weil sie zu tief in die Materie gehen.

Was mich irritiert hat, ist die Figur des querschnittsgelähmten Bruders von Elaine. Er ist auf die Pflege seiner Schwester angewiesen – okay, geschenkt, soll so sein. Aber im Laufe des Plots erfährt man, dass Rosanna früher wesentlich mehr Kontakt zu ihm als zu Elaine hatte. Ja wieso lädt sie dann nicht ihn zur Hochzeit ein? Falls das Fliegen aufgrund der Behinderung nicht geht (man erfährt darüber leider viel zu wenig), dann sollen sie – also Rosanna und ihr Zukünftiger – es anders lösen, oder Elaine eben auch nicht, so quasi als Kompensation, einladen.

Aber es geht noch weiter: später wohnt er dann in einem Heim, arbeitet nicht und vegetiert vor sich hin: ja warum denn, um Himmels willen? Die Geschichte spielt im 21. Und nicht im 19. Jahrhundert – als behinderter Mensch kann man arbeiten, alleine wohnen und es gibt Psychotherapien! Link steckt den Mann in eine Rolle, die leider immer noch dem gesellschaftlichen Bild eines behinderten Menschen entspricht: Der arme, arme Bub. Sorry, das geht gar nicht.

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