[Rezension] Carol O’Connell: Es geschah im Dunkeln

Broadway, New York. Ein Theaterstück soll über die Bühne gehen, doch es kommt nicht über den ersten Akt hinaus, denn da sterben regelmäßig Menschen. Das geschah nicht nur bei der Premiere, sondern auch am Tag danach, und dem Tag danach. Drei Tote an drei Tagen, an derselben Stelle des Stückes – das kann kein Zufall sein. Doch, sagen die Gerichtsmediziner; das Erste war ein Herzinfarkt, das Zweite Selbstmord und das Dritte eine Überdosis an Drogen. Aber Kathy Mallory und ihr Partner Riker glauben nicht daran und stoßen bei den Ermittlungen auf ein Massaker, das vor zehn Jahren in Nebraska stattfand – das Theaterstück stellt genau dieses nach …

Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 1/5
Atmosphäre: 1/5
Charaktere: 2/5
Spannung: 0/5
Showdown: 1/5

Am Broadway werden Träume wahr, ob nun bei einem Musical von Andrew Lloyd Webber oder in einem Varieté, für Kunstliebhaber ist nahezu alles dabei. Doch manchmal finden auch Intrigen in der Kunstszene statt, und ganz selten führt das zu Mord – so wie in „Es geschah im Dunkeln“ von Carol O’Connell.

Es gibt einige Sherlock-Holmes-Adaptionen, vor allem was Filme und Serien betrifft. Die Filme mit Robert Downey jr., oder die – meiner Meinung nach beste Umsetzung – „Sherlock“-Serie von BBC, oder die eher unter Spezialisten beliebte US-Serie „Elementary“, die einen ähnlichen Ansatz wie O’Connell verfolgt; Dr. Watson ist dort nämlich eine Frau (Lucy Liu übrigens) und Kathleen Mallory heißt zwar nicht Sherlock Holmes, aber man erkennt einige Parallelen zum besten Detektiven der Welt. Zum Beispiel beherrscht sie das deduzieren ähnlich gut und über ihr Sexleben ist genau so viel bekannt wie von ihrem britischen Kollegen. Dafür hat sie Geld und gibt einiges davon für teure Kleidung aus; woher sie so viel hat, weiß selbst ihr Polizisten-Partner Riker nicht. Mallory ist ein ziemlich distanzierter Charakter, der selbst den Leser nicht an ihn heranlässt.

Riker agiert als klassischer Sidekick – wie Dr. Watson eben – und hält sich bei der Ermittlung eher zurück. Was beide gemein haben ist, dass sie nicht immer legal ermitteln; da wird zum Beispiel ein Verdächtiger unter den Tisch gesoffen und nebenbei verhört; oder es wird sich ohne Durchsuchungsbefehl in diverse PCs gehackt – aber hey, that’s New York.

O’Connells neuester Spross erinnert neben Sherlock Holmes auch stark an diverse Agatha Christie Krimis, denn das Feld an Verdächtigen ist von Anfang an stark eingeschränkt, was den Leser auch zum Ermitteln einlädt; die Theaterschauspieler und -mitarbeiter werden immer und immer wieder verhört, in den verschiedensten Situationen, und man erfährt dabei immer mehr von ihnen und ihrer Geschichte. Die Charaktere selbst sind verschiedenster Couleur, da gib es die drogensüchtige Schauspielerin, den Laufburschen, der eigentlich ein gut ausgebildeter Schauspieler ist oder ein Zwillingspaar, das einfach nie aus ihrer Rolle (sie spielen in dem Theaterstück zwei minder bemittelte Brüder) fällt. Das sind zwar markante Züge, aber leider ist da nichts, aber auch gar nichts dahinter, mir fehlt da einfach etwas, denn in den Dialogen sind alle Charaktere völlig blutleer bzw. alle gleich.

Das Gleiche ist mit der Geschichte, die zwar eine gute Idee hat, aber völlig langweilig inszeniert ist, da ist trotz Cliffhangern nur wenig Spannung da, die Handlung zieht sich wie ein schon mal gekauter Kaugummi, das Erzähltempo geht gegen null; auch das erinnert an die Romane von Arthur Conan Doyle – aber O’Connell übertreibt es leider maßlos.

Fazit: „Es geschah im Dunkeln“ erinnert stark an die Sherlock-Holmes-Romane, aber leider übertreibt es O’Connell maßlos. Das war leider gar nix, heute leider kein Foto für dich, Carol.

Danke an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.


Daten zum Buch:

Autor: Carol O’Connell
Titel: Es geschah im Dunkeln
Originaltitel: It Happens in the Dark
Seiten: 480
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: btb Verlag
ISBN: 3442748437

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s