[Q&A] Interview mit Andreas Gruber

Andreas Gruber ist einer der erfolgreichsten Autoren Österreichs. Er ist anders als Rainer Nikowitz oder Stefan Slupetzky – weniger Humor, mehr Thriller. Seit 2005 schreibt er Thriller und mit der Sneijder/Nemez-Reihe ist ihm der endgültige Durchbruch gelungen. Nun hat er sich aufs Krimisofa gesetzt und über sein aktuelles Buch „Todesreigen“, aber auch über den dritten Teil der Pulaski-Reihe, seine Freizeitaktivitäten und darüber, wie viel Maarten Sneijder in Andreas Gruber steckt, geplaudert. Das Interview fand Ende Februar per E-Mail statt. 

Krimisofa: Hallo, Herr Gruber. Maarten Sneijder ist Niederländer – was verbindet Sie mit den Niederlanden?

Andreas Gruber: Ich mag die Niederländer. Sie sind sympathische und fröhliche Menschen. Und ich mag ihren Akzent. Als Kind habe ich „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell im TV nur wegen seines Akzents geschaut.

Krimisofa: Sneijder, van Nistelrooy, beides Figuren in der Maarten Sneijder Reihe – wieso haben sie Namen von niederländischen Fußballern?

Andreas Gruber: Weil diese Figuren Niederländer sind, und weil ich immer alle zwei Jahre die Panini-Stickeralben bei der Fußball-EM und WM sammle, und ich von da die Inspiration für die Namen hernahm.

© fotowerk aichner

Krimisofa: Wie viel Maarten S. Sneijder steckt in Andreas Gruber?

Andreas Gruber: Er darf mit seinen Extravaganzen jene Seiten auf dem Papier ausleben, die ich mich niemals in der Öffentlichkeit trauen würde, weil ich zu gut erzogen bin.

Krimisofa: Wie viel Sabine Nemez steckt in Andreas Gruber?

Andreas Gruber: Bis auf die Tatsache, dass sie Hörbücher hört, nicht viel. Ich kann weder joggen, noch schießen, noch lange die Luft anhalten, und gut im Kombinieren bin ich auch nicht.

Krimisofa: Was machen Sie, wenn Sie gerade kein Buch schreiben?

Andreas Gruber: Das Problem ist, ich schreibe immer an einem Buch. Aber nach Feierabend oder am Wochenende lese ich viel, ich koche, fahre Rad, walke, gehe schwimmen, höre Hörbücher und Hörspiele, Spieleabende mit Freunden, Kino, Kabarett, Konzerte. Als nächstes sehe ich Judas Priest und Accept live in der Wiener Stadthalle, worauf ich mich tierisch freue.

Krimisofa: Wer ist ihr Lieblingsautor?

Andreas Gruber: David Morrell, Joe R. Lansdale, Dennis Lehane, Charlotte Link, Nelson DeMille, Nikolai von Michalewsky, Ernest Hemingway, Charles Bukowski, G. F. Unger.

Krimisofa: Sabine Nemez kommt in „Todesreigen“ ziemlich an ihre Grenzen – welche Wette hat sie gegen Sie verloren, dass Sie ihr so viel zumuten? 😉

Andreas Gruber: Im nächsten Roman – Sneijder5, der voraussichtlich im Sommer 2019 erscheinen wird – kommt sie noch mehr dran. Ich will einfach nicht, dass sie sich auf die faule Haut legt oder sich auf ihren Lorbeeren ausruht. Sie ist noch jung und muss Erfahrungen sammeln.

Krimisofa: Man merkt, dass Sabine Nemez immer mehr Eigenschaften von Maarten S. Sneijder übernimmt – wird sie im sechsten Teil der Reihe genau so ein Kotzbrocken sein wie Sneijder?

Andreas Gruber: Ich hoffe nicht, jedenfalls unterstütze ich sie nach bestem Wissen und Gewissen und mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, dass sie ihren inneren Kampf gewinnt, nicht so zu werden wie Sneijder, sondern das sympathische „Eichkätzchen“ bleibt.

Krimisofa: Ich habe in der Rezension zu „Todesreigen“ die Auflösung der Geschichte als „schlichtweg genial“ bezeichnet – wie lange arbeiten Sie an Ideen wie dieser?

© Barbara WirlAndreas Gruber: Danke für das Kompliment, aber das muss ich gleich an meine Lektorin und meine Testleser weitergeben, die ich in der Danksagung aufgelistet habe. Ich bespreche den Plot und v.a. auch den Schluss mit meinen Testlesern und es gibt viel Umschreibe-Arbeit, bis der Roman mit dem Schluss so ist, wie ihn die Leser dann zu lesen bekommen. Da steckt ein Jahr lang harte Arbeit drinnen. Ich hoffe aber, dass man diese Arbeit nicht merkt, denn es soll sich ja alles locker und flüssig lesen.

Krimisofa: Sind Sie Perfektionist?

Andreas Gruber: Ja, was die Schriftstellerei betrifft, schon. Da möchte ich nichts dem Zufall überlassen und arbeite so lange an einer Kurzgeschichte, an einem Roman, an den Figuren, Dialogen und der Handlung, bis ich völlig zufrieden damit bin.

Krimisofa: In der Danksagung zu „Todesreigen“ schreiben Sie, dass dies der Auftakt zur zweiten Sneijder-Trilogie sei – wieso erscheinen die Bücher in Trilogien und nicht in einer Serie?

Andreas Gruber: Weil Maarten Sneijder … äh, sorry, ich meinte natürlich Maarten S. Sneijder … seine 3 Finger erhoben hat und sagte: „Herr Gruber, wir arbeiten in Dreier-Schritten mit Trilogien! Entweder so, oder gar nicht.“ Er hat mich lange mit seinem Leichenhallenlächeln angesehen, und schließlich sagte ich: „Einverstanden, machen wir so!“

Krimisofa: Am 17. September erscheint mit „Rachewinter“ der dritte Teil der Pulaski-Reihe – was können Sie uns dazu sagen?

Andreas Gruber: Der Roman ist fast fertig, liegt gerade beim Lektorat des Goldmann-Verlags, und obwohl ich gekürzt und gekürzt habe, wo es nur ging, wird das Buch genauso dick werden wie „Todesurteil“ und „Todesreigen“. Was soll ich noch dazu sagen? Ich hoffe, mir ist ein spannender Thriller gelungen zu einem neuen Thema, das ich bisher noch nicht bearbeitet habe.

Krimisofa: Können Ihre Fans auf eine Fortsetzung der Peter Hogart Reihe hoffen, jetzt, da die Bücher im Goldmann Verlag neu aufgelegt wurden?

© Andreas Gruber Andreas Gruber: Ich habe die Idee und das Exposé zu einem dritten Peter Hogart Thriller in der Schublade liegen. Ich warte nur auf den passenden Vertrag mit meinem Verlag, dann lege ich sofort los.

Krimisofa: Zum Schluss noch ein kleiner Wordrap:

Kaffee oder Tee?

Andreas Gruber: Kaffee, ohne Zucker, mit Zimt und Hafer-Milch.

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Andreas Gruber: Montag bis Freitag 7.00 Uhr – Samstag und Sonntag 9.00 Uhr

Link oder Maxian?

Andreas Gruber: Das ist eine gemeine Frage. Sorry, Beate, aber ich muss Link sagen.

Pulaski oder Sneijder?

Andreas Gruber: Ich möchte mit keinem der beiden befreundet sein.

Krimisofa: Danke für das Interview.

Andreas Gruber: Danke für die Fragen, hat mir wirklich Spaß gemacht.


Bibliographie Andreas Gruber

»Herzgrab« Thriller – 544 Seiten, Goldmann

Thriller mit Peter Hogart 

»Die schwarze Dame« Thriller – 384 Seiten, Goldmann
»Die Engelsmühle« Thriller – 382 Seiten, Goldmann

Thriller mit Walter Pulaski 

»Rachesommer« Thriller – 412 Seiten, Goldmann
»Racheherbst« Thriller – 512 Seiten, Goldmann
»Rachewinter« Thriller – 570 Seiten, Goldmann

Thriller mit Maarten Sneijder & Sabine Nemez 

»Todesfrist« – Thriller – 416 Seiten, Goldmann
»Todesurteil« Thriller – 576 Seiten, Goldmann
»Todesmärchen« Thriller – 542 Seiten, Goldmann
»Todesreigen« Thriller – 570 Seiten, Goldmann

Kurzgeschichten 

»Northern Gothic« 13 Horror-Storys – 344 Seiten, Luzifer-Verlag
»Apocalypse Marseille« 13 SF-Storys – 344 Seiten, Luzifer-Verlag
»Jakob Rubinstein« 6 Krimi-Novellen – 328 Seiten, Luzifer-Verlag
»Der fünfte Erzengel« 15 Horror-Storys – 388 Seiten, Luzifer-Verlag
»Ghost Writer« 19 Horror-Storys – 366 Seiten, Luzifer-Verlag

(Bildcredits: fotowerk aichner [Bild 2], Barbara Wirl [Bild 3], Andreas Gruber [Bild 4])

Kommentar verfassen