[Was. Wann 03/19] Diese Bücher erscheinen im März

Bücher erscheinen immer, den Überblick zu bewahren ist nahezu unmöglich. Nicht so, wenn ihr beim Krimisofa vorbeischaut, denn ab diesem Jahr erscheint immer am Ersten des Monats ein – zumindest grober – Überblick über einige Neuerscheinungen im Krimi/Thriller/Horror-Segment. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber zumindest die Mainstream-Verlage sind halbwegs abgedeckt. Die Sofa-Hypeskala verdeutlicht, wie sehr ich persönlich mich auf einer Skala von 1-10 auf das Buch freue. Viel Spaß beim stöbern. 

Michael Tsokos – Abgeschlagen

Verlag: Knaur TB | Seitenanzahl: 416 | Sofa-Hypeskala: 5/10

Rechtsmediziner Paul Herzfeld ist irritiert, als sich sein Vorgesetzter, Prof. Schneider, bei der Obduktion einer zerstückelten Frauenleiche überraschend schnell auf eine Machete als Tatwaffe festlegt. Auch der Sektionsassistent wirkt ungewöhnlich nervös und fahrig. Und tatsächlich taucht kurz darauf das blutverschmierte Mordwerkzeug in einer Kieler Parkanlage auf: eine kunstvoll verzierte Machete. Von den Medien wird Schneider sofort als rechtsmedizinisches Genie gefeiert, sein Aufstieg zum Direktor der Kieler Rechtsmedizin scheint reine Formsache. Doch dann gesteht der Hausmeister des Instituts Herzfeld, dass er die Machete schon einmal gesehen hat und dass die tote Frau für ihn keine Unbekannte ist …

Michael Tsokos ist mir nicht unbekannt, „Zerschunden“ gefiel mir auch sehr gut. Alleine das Genre – True-Crime – hat durchaus seinen Reiz. Dennoch steht dieses Buch auf meiner Bücherliste nicht ganz oben, vor allem, weil ich „Abgeschnitten“ nicht gelesen habe, dessen Vorgeschichte „Abgeschlagen“ ist.

Nina Laurin – Böser als du denkst

Verlag: Knaur HC | Seitenanzahl: 384 | Sofa-Hypeskala: 8/10

“… wird polizeilich gesucht. Falls Sie etwas über den Aufenthalt des Verdächtigen wissen, rufen Sie bitte folgende Nummer …”
Ich wende meinen Blick abrupt zum Fernseher und sehe das Gesicht meines Zwillingsbruders, in Lebensgröße. Es ist ein Schock, der mir den Atem raubt. Hier ist mein Bruder, den ich zum letzten Mal vor 15 Jahren sah – nach dem Brand, der unsere Eltern tötete. Rußbedeckt, die Hand um ein Feuerzeug gekrampft, die Knöchel hoben sich weiß ab von Staub und Asche.
Alle haben gesagt, er würde mal ein Herzensbrecher. Doch sein Gesicht ist jetzt eingefallen, Bartstoppeln bedecken Kinn und Wangen, seine Augen sehen stumpf aus.
Mein erster Gedanke: Er ist es nicht. Nicht mein schöner Bruder, der Golden Boy, den jeder liebte. Aber tief in meinem Inneren wusste ich immer, dass dies geschehen würde.
Was hast du diesmal getan, Eli? Was zum Teufel hast du getan?

Nina Laurins Debüt, „Escape„, hat mir, vor allem wegen der Atmosphäre, sehr gut gefallen. Der Klappentext des Nachfolgers klingt zwar offen gestanden wie ein Abklatsch von „Escape„, aber dennoch freue ich mich darauf und hoffe, dass die Atmosphäre ähnlich dicht ist.

Lou Berney – Destination Dallas

Verlag: HarperCollins | Seitenanzahl: 336 | Sofa-Hypeskala: 3/10

November 1963: Amerika befindet sich in Schockstarre. Präsident Kennedy ist gerade in Dallas erschossen worden.
Auch den sonst nie um ein Wort verlegenen Frank Guidry macht die Nachricht sprachlos. Einige Tage zuvor hat er seinem Boss, der Mafiagröße Carlos Marcello, einen Gefallen getan und unweit des Tatorts ein Auto abgestellt. Ein Fluchtwagen, wie es nun scheint.
Da Frank weder verhaftet, noch als Mitwisser zum Schweigen gebracht werden will, muss er die Stadt schnellstmöglich verlassen.
Die junge Charlotte flieht ebenfalls, zusammen mit ihren Töchtern – vor ihrer trostlosen Ehe, der Enge ihres Zuhauses, der Chancenlosigkeit ihres Lebens. In einer Notsituation trifft sie auf den weltgewandten Frank, der vorschlägt, den Rest des Weges durch die USA gemeinsam fortzusetzen.
Schnell stellen Frank und Charlotte fest, dass sie einander auf ihrer Reise brauchen werden.

Die erste Hälfte des Klappentextes klingt irrsinnig interessant. 1963. Kennedy. Erschossen. Die zweite Hälfte klingt dann aber doch nach einer 0815-Story, wo man genau weiß, dass die Protagonisten früher oder später im Bett landen. Lame.

Grady Hendrix – Der Exorzismus der Gretchen Lang

Verlag: Knaur HC | Seitenanzahl: 384 | Sofa-Hypeskala: 6/10

Charleston, South Carolina, 1988: Abby Rivers und Gretchen Lang sind seit ihrer Kindheit beste Freundinnen. Doch nun, am Ende der Highschool, verändert sich Gretchen immer mehr, wird unberechenbar, impulsiv und grausam.
Als die beiden Freundinnen mit zwei anderen Mädchen eines Abends LSD nehmen, scheint die Droge keine Wirkung zu zeigen. Doch dann will Gretchen nackt schwimmen gehen und kehrt nicht zurück. Erst am nächsten Morgen findet Abby die völlig verwirrte Gretchen in einer unheimlichen, verfallenen Hütte im Wald. Was zuerst wie die Folgen des LSD-Rauschs aussieht, wird immer unheimlicher. Gretchen verändert sich, vernachlässigt ihr Äußeres, hat Halluzinationen, wird paranoid und zieht eines Tages sogar eine ganze Heerschar von Vögeln an, die sich gegen die Fensterscheiben ihres Hauses stürzen. Zu allem Überfluss dringen nachts Sex-Geräusche aus Gretchens Zimmer, woraufhin die christlichen Eltern ihre Jungfräulichkeit überprüfen lassen – ohne Ergebnis.
Gretchens beste Freundin Abby hat einen schrecklichen Verdacht: Ist Gretchen von einem Dämon besessen? Oder treibt die schwüle Hitze Charlestons nun auch Abby in den Wahnsinn?

Klingt interessant, war auch lange auf meiner Must-Read-Liste – einfach, weil mich das Setting an sich interessiert. Aber es kommen dann doch Bücher heraus, die mich mehr interessieren.

Andreas Gruber: Code Genesis – Sie werden dich finden

Verlag: cjb HC | Seitenanzahl: 336  | Sofa-Hypeskala: 8/10

Terry West (14) ist auf den Weltmeeren aufgewachsen, an Bord des Forschungs-U-Boots Kopernikus. Die Crew: Frettchen Charlie, Terrys Onkel Simon, ihr nerdiger Cousin Ethan sowie Simons treuer Assistent, Ex-Sträfling Johann. Ein Zwischenstopp in Miami, bei dem Terry das Haus ihrer Kindheit aufsucht, in dem sie seit dem mysteriösen Tod ihrer Mutter nicht mehr war, endet böse: Plötzlich wird Terry polizeilich gesucht und ihr Onkel des Mordes bezichtigt. Auf der Flucht über New York und die Niagara-Fälle bis ins Bermuda-Dreieck wird ihnen klar, dass sie es mit einem mächtigen Gegner zu tun haben. Jemandem, der sie überall aufspürt – wo immer sie sind …

Andreas Gruber expandiert sich. Nach der Maarten S. Sneijder Reihe und der um Pulaski & Meyer jetzt also eine Jugendbuchreihe – finde ich irrsinnig spannend. Das Buch liegt schon hier und ich freue mich wahnsinnig darauf. Die Sofa-Hypeskala ist diesbezüglich eindeutig.

Katherena Vermette – Was in jener Nacht geschah

Verlag: btb | Seitenanzahl: 416  | Sofa-Hypeskala: 4/10

Winnipeg, am Rande der Stadt. In einer kalten Winternacht schaut die junge Mutter Stella aus dem Fenster und bemerkt, dass draußen auf der einsamen Brache vor ihrem Haus ein Mädchen überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten haben Zweifel, dass Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden, der Wahrheit entspricht. Doch es ist die Polizei, die sich irrt.

Klingt wie ein gemächlicher Thriller aus Kanada. Passt meiner Meinung nach gut zum btb-Verlag. Der Klappentext reißt mich persönlich aber nicht vom Hocker. Winter-Settings sind ohnehin nicht meines.

Thomas Engström – West of Liberty

Verlag: C. Bertelsmann | Seitenanzahl: 320  | Sofa-Hypeskala: 4/10

Ludwig Licht, Mitte fünfzig, hat in Zeiten des Kalten Kriegs in Berlin als Doppelagent für die Stasi und die CIA gearbeitet. Nach einem Karriereknick seit der Wendezeit nimmt er aus Geldnot immer wieder Aufträge der Amerikaner an. Diesmal soll er eine Amerikanerin überwachen, die als Anwältin der Whistleblower-Organisation Hydraleaks arbeitet. Ludwig Licht ist die schöne, aber unberechenbare Frau alles andere als geheuer. Was hat sie wirklich vor? Und wie viel weiß sie über Lucien Gell, dem Gründer von Hydraleaks, der in Deutschland untergetaucht ist und nach dem flächendeckend gefahndet wird?

Schwierig. Ein schwedischer Autor klingt vielversprechend, das Setting klingt auch spannend. Allein, ich hab mit Agententhriller nicht die beste Erfahrung. Mal sehen.

John Grisham – Das Bekenntnis

Verlag: Heyne | Seitenanzahl: 592 | Sofa-Hypeskala: 5/10

Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: »Ich habe nichts zu sagen.« Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war.

Zugegeben, mit Grisham habe ich nicht die besten Erfahrungen gemacht, aber dieser Klappentext klingt sehr interessant. Ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft erschießt aus heiterem Himmel den hiesigen Pfarrer. Was mich stutzig macht, ist das leichte Frühstück, das er zu sich genommen hat. Was war es? Eine Banane? Ein Müsli? Spielt es eine Rolle? Wenn ja, welche? Will ich es wissen? Ich weiß es nicht. Auch hier: mal sehen.

Natasha Bell – Alexandra

Verlag: Diana | Seitenanzahl: 416 | Sofa-Hypeskala: 7/10

Zwölf Jahre ist es her, dass die junge Künstlerin Alexandra und Marc geheiratet haben. Seitdem ist sie eine liebende Ehefrau und Mutter zweier Töchter. Bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Die Polizei findet nur ihre blutige Kleidung am Flussufer, und plötzlich wird aus der Vermisstensuche eine Mordermittlung. Doch Alexandra lebt. Weit weg von ihren Lieben wird sie gegen ihren Willen festgehalten. Verzweifelt muss sie auf Videos mitansehen, wie sich ihre Familie quält. Marc ist außer sich. Auf eigene Faust begibt er sich auf die Suche nach seiner Frau. Und die Geheimnisse, die er ans Licht bringt, machen eines deutlich: Niemand kennt Alexandra wirklich, nicht einmal er.

Auf meiner Bücherliste gibt es drei Kategorien: Normale Schrift (will ich nicht lesen), fette Schrift (will ich unbedingt lesen) und fett-kursive Schrift (erweiterte Auswahl). Dieses Buch gehört zur letzten Kategorie, denn es klingt vielversprechend. Vielleicht werde ich es lesen, mal sehen wie mein Bücherstapel aussieht.

Jules Grant – Die Nacht ist unser Haus

Verlag: Heyne | Seitenanzahl: 352 | Sofa-Hypeskala: 4/10

Manchesters Unterwelt ist hart, unnachgiebig und wird seit jeher von Männern dominiert. In dieser feindseligen Umgebung muss Donna einen kühlen Kopf bewahren – für sich und für ihre Gang. Doch als ihre beste Freundin erschossen wird und eine kleine Tochter hinterlässt, steht Donna plötzlich vor der Entscheidung: Was wird sie geben, um Carlas Tod zu sühnen?

Mit Kind und Kegel an die Front. Das impliziert der Klappentext von „Die Nacht ist unser Haus“ für mich. Ich kenne ja die Backstory von Donna nicht, auch die ihrer Gang nicht, weiß nicht mal welchen Stellenwert sie innerhalb der Gang hat. Insgesamt gibt der Klappentext also wenig her – hoffentlich gibt das Buch mehr her.

Nina Sadowsky – Die Erlöserin

Verlag: Penguin| Seitenanzahl: 448 | Sofa-Hypeskala: 1/10

Catherine beerdigt keine Toten. Sie rettet die Lebenden – aus unerträglichen, gewaltvollen, gefährlichen Lebensumständen. Ihr im Darknet ansässiges Schutzprogramm ist oft die letzte Hoffnung für Frauen, die keinen anderen Ausweg mehr wissen: Catherine verschafft ihnen neue Identitäten. Sie ist effektiv und schnell. Sie ist die Beste auf ihrem Gebiet. Nur ein einziges Mal hat sie einen Fehler begangen, mit tödlichen Konsequenzen. Sie glaubt, ihn erfolgreich verschleiert zu haben. Doch plötzlich holt die Vergangenheit sie wieder ein – und die einzige Person, die sie retten kann, ist sie selbst …

Darknet klingt interessant, der Rest ist sehr kryptisch, sehr verklausuliert. Im Prinzip sagt auch dieser dieser Klappentext in keinster Weise aus, was den Leser erwartet. Nur Andeutungen, aber sonst nichts. Interessiert mich nicht mal im Ansatz. Aber: hübsches Cover!

Susanne Kliem – Lügenmeer

Verlag: C. Bertelsmann | Seitenanzahl: 320 | Sofa-Hypeskala: 10/10

Früher waren sie das Traumpaar der Jugend-Clique: der beliebte Magnus und die schillernd-faszinierende Milla. Und Svenja, die beste Freundin von beiden, als dritte im Bunde. Bis Milla bei einer nächtlichen Party im Freizeitbad auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Magnus gilt schnell als der Schuldige, wird ohne handfeste Beweise aus seiner norddeutschen Heimatstadt vertrieben. Neunzehn Jahre später kehrt er als erfolgreicher Anwalt zurück, um endlich die Wahrheit herauszufinden. Svenja fiebert dem Wiedersehen entgegen und hat gleichzeitig Angst: Was hat Magnus vor? Wird er die alten, kaum verheilten Wunden wieder aufreißen? Und wie soll sie ihm erklären, dass sein schlimmster Kontrahent von damals ihr Ehemann geworden ist? Schritt für Schritt entlarvt Magnus das Gespinst von Lügen, das über der Todesnacht liegt. Und löst damit, ohne es zu ahnen, eine neue Katastrophe aus …

Gebt mir was von Susanne Kliem zu lesen und ich lese es unhinterfragt. Kliem hat mich mit dem „Scherbenhaus“ mehr als überzeugt. Auch wenn die Auflösung zu durchsichtig war, war die Atmosphäre sehr stimmig, das Erzähltempo mehr als passabel und der Rest hat auch gestimmt. Ich freue mich auf das „Lügenmeer“.

Elisabeth Herrmann – Schatten der Toten

Verlag: Goldmann | Seitenanzahl: 672 | Sofa-Hypeskala: 7/10

Judith Kepler kennt den Tod wie wenige andere – denn sie ist Tatortreinigerin. Gerade beginnt sie, über ihr weiteres Leben nachzudenken: Ihr Chef will, dass sie die Firma übernimmt, und ihre Beziehung zu einem Waisenmädchen entwickelt sich auf unerwartete Weise. Doch dann stirbt Eva Kellermann, eine frühere Stasi-Spionin. Ihr letztes Geheimnis setzt eine tödliche Jagd in Gang, auf einen der größten Verbrecher dieser Zeit: Bastide Larcan. Er ist Judiths Vater – der so viel Leid verursachte und sich nie dafür verantworten musste. Seine Spur führt nach Odessa, und Judith muss sich entscheiden: für ihr Leben oder für eine Reise in die Vergangenheit, in der die Schatten der Toten sie erwarten …

Total interessantes Setting, und Tatortreiniger sind seit der gleichnamigen Serie ohnehin hoch im Kurs. Dennoch: mich schreckt die Seitenanzahl dann doch ab. Ich will nicht mitten in einer Serie einsteigen (das ist der 3. Teil der Judith-Kepler-Reihe) und fast 700 Seiten bewältigen. Vielleicht verpasse ich etwas, ich hoffe es nicht. Allen anderen, die es lesen wollen dennoch viel Spaß 🙂

Katarzyna Bonda – Der Rat der Gerechten

Verlag: Goldmann | Seitenanzahl: 672 | Sofa-Hypeskala: 7/10

Die Einwohner von Hajnówka, einer Kleinstadt an der polnisch-weißrussischen Grenze, bereiten sich auf die Hochzeit des Jahres vor: Iwona Bejnar heiratet Piotr Bondaruk. Die junge Iwona stammt aus einer armen polnischen Familie, während der wesentlich ältere Bondaruk, Weißrusse und Besitzer einer Holzfirma, zu den reichsten Geschäftsleuten der Stadt gehört. Während der Hochzeit verschwindet Iwona plötzlich und bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Besteht ein Zusammenhang mit dem Verschwinden früherer Partnerinnen von Piotr Bondaruk? Die Profilerin Sasza Załuska, die zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, gräbt tief in der Vergangenheit des Ortes und stößt auf ein ungesühntes Verbrechen, über dem jahrzehntelang ein Mantel des Schweigens lag. Als sie Bondaruk als einen der Drahtzieher identifiziert, kommt sie der erschütternden Wahrheit gefährlich nah.

Osteuropäische Thriller lese ich selten, eigentlich fast nie. Nicht weil sie mich nicht interessieren – das genaue Gegenteil ist der Fall -, sondern sie kommen mir in meiner Bubble nie unter. Deshalb werde ich diesen im Hinterkopf behalten.

Melissa Scrivner Love – Lola

Verlag: Suhrkamp | Seitenanzahl: 392 | Sofa-Hypeskala: 6/10

South Central, L.A. Lola Vasquez ist klein, zierlich, unscheinbar, anscheinend eine chica unter vielen in der Latino-Gang The Crenshaw Six. Die Gang versucht, möglichst unauffällig zu agieren, und zu dieser Strategie in einer Mucho-macho-Welt gehört auch, dass Lola nicht sichtbar wird, denn in Wahrheit ist sie die Chefin der Gang, ebenso brillant wie rücksichtslos.
Die Karten werden neu gemischt, als sie in einen Krieg zwischen einem etablierten Großdealer, einem expansionswilligen mexikanischen Kartell und einem neuen Großlieferanten gezogen wird. Auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft mischen mit – eine Gang wie jede andere.
Lolas Achillesferse ist ihre Familie, ihre Crack-Mutter und ihr nicht allzu schlauer Bruder. Als es hart auf hart kommt, muss Lola ein paar Entscheidungen fällen, die alles andere als leichtfallen …

Im Gegensatz zu „Die Nacht ist unser Haus“, das das gleiche Setting hat (siehe oben) sagt dieser Klappentext einiges aus. Auch hier: eine Frau, die sich in einer männerdominierenden Welt durchsetzen muss. Der Leser weiß genau, was ihn erwartet – oder kann es sich denken. Vielen Spaß allen, die das Buch lesen werden – ich denke, es ist gut. 

Anthony Horowitz – Ein perfider Plan

Verlag: Suhrkamp / Insel | Seitenanzahl: 363 | Sofa-Hypeskala: 8/10

Keine sechs Stunden, nachdem die wohlhabende alleinstehende Diana Cowper ihre eigene Beerdigung geplant hat, wird sie in ihrem Haus erdrosselt aufgefunden. Ahnte sie etwas? Kannte sie ihren Mörder?

Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeioffizier und inzwischen Privatdetektiv im Dienst der Polizei, nimmt die Spur auf. Aber nicht nur den Fall will er lösen, es soll auch ein Buch daraus werden, und dafür wird Bestsellerautor Anthony Horowitz gebraucht. Der wiederum sträubt sich zunächst, ist jedoch schon bald unrettbar in den Fall verstrickt. Fasziniert von der Welt des Verbrechens ebenso wie von dem undurchsichtigen Detektiv und dessen messerscharfem Verstand.

Ganz im Stil von Holmes und Watson begeben sich Hawthorne und Horowitz auf die Suche nach dem Mörder einer scheinbar harmlosen älteren Frau, in deren Vergangenheit allerdings schon bald dunkle Geheimnisse auftauchen. Eine atemberaubende Jagd beginnt …

Ein Autor, der sich selber in seine Geschichte schreibt? Das klingt interessant. So wie der Rest des Klappentextes. Der Autor hatte auch eine bewegte und – so grausam es klingt – inspirierende Kindheit und Jugend. Lest nach bei Wikipedia. Allein deshalb würde ich dieses Buch am Liebsten sofort lesen.

Eugene Chirovici – Das Echo der Wahrheit

Verlag: Goldmann | Seitenanzahl: 320 | Sofa-Hypeskala: 8/10

Eines Tages macht der New Yorker Psychiater Dr. James Cobb die unerwartete Bekanntschaft des Multimillionärs Joshua Fleischer. Fleischer leidet an einer unheilbaren Krankheit und bittet Cobb eindringlich, für einige Tage zu ihm nach Maine zu kommen. Als Cobb dort eintrifft, erfährt er, dass der vom Tod gezeichnete Mann eine schwere Last mit sich trägt: Er hat Angst, in den Mord an einer jungen Frau verwickelt zu sein, mit der er vor vielen Jahren einen Abend in einem Pariser Hotelzimmer verbracht hat. Seine Erinnerungen sind aber bruchstückhaft, und deshalb soll Cobb ihm helfen, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen. Noch kann Cobb allerdings nicht ahnen, dass damit die verdrängten Dämonen seiner eigenen Vergangenheit zum Leben wiedererwachen …

Okay, der Klappentext klingt hochgradig spannend. Ein Psychothriller wie es scheint. Oder zumindest etwas, das in die Richtung geht. Wenn ich freie Kapazitäten habe, werde ich dieses Buch lesen.

Mark Griffin – Dark Call

Verlag: HarperCollins | Seitenanzahl: 400 | Sofa-Hypeskala: 3/10

Holly Wakefield arbeitet als Kriminalpsychologin. Ihr Spezialgebiet: Serienmörder. Es gibt einen guten Grund, weshalb sie die Beste in ihrem Job ist – aber den behält sie für sich. Als Detective Inspector Bishop von der Met Police Holly kontaktiert, um einen Mordfall zu untersuchen, ist Holly entsetzt von den brutal zugerichteten und theatralisch positionierten Leichen. Bishop sieht diese Verstümmelungen nicht zum ersten Mal, und bald ist klar: Da draußen ist ein Serienmörder. Und er wird wieder töten.

Holly ist es gewohnt, sich in die Psyche von Mördern hineinzuversetzen. Aber dieser Killer hat etwas mit ihr gemeinsam, das sie seit Ewigkeiten geheim hält. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit ist Holly gezwungen, sich ihrer dunklen Vergangenheit zu stellen …

Manche schätzen mich für meine Ehrlichkeit, ein paar vielleicht nicht. Aber wenn ich „Serienmörder“, „die beste in ihrem Job“ und „ist Holly gezwungen, sich ihrer dunklen Vergangenheit zu stellen …“ dann klingt es wie ein Thriller, den es schon tausendmal gab. Am Ende will der Mörder Holly töten, sie überlebt knapp, Mörder tot, alle happy *gähn*

Hanna Lindberg – Stockholm Affairs

Verlag: Goldmann | Seitenanzahl: 480 | Sofa-Hypeskala: 7/10

Die Gold-Chef-Gala ist das Ereignis in Stockholms Gastronomie-Szene. Starköche, Restaurantbetreiber und Pressevertreter finden sich ein, um der berühmten Preisverleihung beizuwohnen – so auch die junge Journalistin Solveig Berg. Aber der Abend endet im Chaos: Plötzlich geht das Licht aus, ein Schuss fällt. Solveigs Chefredakteurin Vanja wird tödlich getroffen. Bei ihrer Suche nach Vanjas Mörder stößt Solveig auf dunkle Machenschaften hinter den verschlossenen Türen der Luxusrestaurants. Und je tiefer sie gräbt, desto gefährlicher wird es ..

Ich finde die Komponente Gastronomie erfrischend, kann aber nicht ganz einordnen, was mich erwartet. Liegt vielleicht daran, dass ich den ersten Teil der Solveig-Berg-Reihe nicht kenne. Grundsätzlich klingt das Buch aber vielversprechend. Das Setting dürfte in die Richtung des Buches gehen, das unter diesem kommt.

Beate Maxian – Mord im Hotel Sacher

Verlag: Goldmann | Seitenanzahl: 416 | Sofa-Hypeskala: 10/10

Im Hotel Sacher wird ein rauschendes Frühlingsfest gefeiert, und Journalistin Sarah Pauli ist für den Wiener Boten unter den illustren Gästen. Die Feier ist in vollem Gange, als plötzlich ein Schrei ertönt – in den Waschräumen wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wie sich herausstellt, war das Opfer Konditorin in einer nicht weit vom Sacher entfernten Patisserie. Die Boulevard-Presse hat schnell den Täter ausgemacht: Konditor Max Brücker, Chef und Exfreund der Toten. Sarah ist skeptisch und stößt bald auf rätselhafte Kuchenverzierungen und jede Menge dunkle Geheimnisse …

Zu Beate Maxian muss ich nicht mehr viel sagen. Ich kenne alle Bücher der Sarah-Pauli-Reihe , habe ein paar davon rezensiert und liebe die Serie. Wird gelesen.

Hannah O’Brien – Irische Totenwache

Verlag: dtv | Seitenanzahl: 432 | Sofa-Hypeskala: 3/10

Der bekannte und beliebte irische Umweltaktivist Cathal Connor wird grausam ermordet aufgefunden. Zuletzt konnte man ihn in einer Talkshow sehen, in der er sich wie immer schlagfertig und originell für den Erhalt der Wälder südlich von Dublin einsetzte. Der irischen Holzlobby war er daher schon lange ein Dorn im Auge. Doch in ihrem fünften Fall stoßen Galways Kommissarin Grace O’Malley und ihr Kollege Rory Coyne bei den Ermittlungen auf einige Ungereimtheiten im angeblich so vorbildhaften Leben des Opfers. Connor führte nicht nur ein Doppelleben mit zwei Familien, sondern hütete auch ein schmutziges Geheimnis. Erst nach und nach ahnt Grace, wie tief sie selbst darin verstrickt ist.

Am Anfang des Klappentextes dachte ich mir „Irland? Geil!“ Dann: „Fünfter Fall? Okay, uninteressant“ (ich steige nicht gerne mitten in einer Reihe ein). Und dann kam das Wort „Doppelleben“ und so einen Aspekt finde ich immer interessant. Und dann zieht der Klappentext wieder die Schleife zur Protagonistin – und da wurde das Buch wieder uninteressant für mich. Schade.

Dolores Redondo – ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL

Verlag: btb | Seitenanzahl: 608 | Sofa-Hypeskala: 4/10

Als der Schriftsteller Manuel Ortigosa erfährt, dass sein Mann Álvaro bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, eilt er sofort nach Galicien. Dort ist das Unglück passiert. Dort ist die Polizei auffallend schnell dabei, die Akte zu schließen. Dort stellt sich heraus, dass Álvaro ihn seit Jahren getäuscht und ein Doppelleben geführt hat. Doch was suchte Álvaro in jener Nacht auf einer einsamen Landstraße? Zusammen mit einem eigensinnigen Polizisten der Guardía Civil und Álvaros Beichtvater stellt Manuel Nachforschungen an. Eine Suche, die ihn in uralte Klöster und vornehme Herrenhäuser führt. In eine Welt voller eigenwilliger Traditionen – und in die Abgründe einer Familie, für die Ansehen wichtiger ist als das Leben der eigenen Nachkommen.

Ein homosexuelles Paar, bei dem ein Teil tödlich verunglückt. Das klingt schon mal spannend. Doppelleben wie beim Buch über diesem – top. Sogar „Klöster“ klingt interessant. Aber irgendwie catcht mich das alles nicht so richtig. Hm. Mal schauen.

Jilliane Hoffman – Nemesis

Verlag: Wunderlich | Seitenanzahl: 448 | Sofa-Hypeskala: 9/10

Teil 4 der Cupido-Reihe. Ein Blitz in einem Kreis, eingebrannt in die Haut der Toten: Als Staatsanwältin CJ Townsend das Branding auf der Schulter der Frauenleiche sieht, ist sie sicher: Das ist die Handschrift des Snuff-Clubs, der vor einigen Jahren ganz Florida in Atem hielt. Die Mitglieder bezahlen viel Geld, um per Live-Stream zu beobachten, wie Frauen brutal vergewaltigt und getötet werden. CJ weiß alles über die perverse Inszenierung der Morde, von den Teilnehmern „das Spiel“ genannt. Und sie kennt die Namen der Mitglieder, zu reich und einflussreich, um jemals von der Justiz belangt zu werden. Wenn sie weitere Morde verhindert will, muss CJ das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Dann verschwindet erneut eine junge Frau…

Die Beschreibung klingt grundsätzlich interessant, und ich kenne die Cupido-Reihe sogar, habe ein paar Teile gelesen und der erste war wirklich top – der zweite wirkte, als wolle er dem ersten nacheifern. Zwischendurch habe ich andere Bücher von Hoffman gelesen – gute und nicht so gute  -, immer auf und ab. Deshalb bin ich bei diesem Buch positiv-skeptisch.

Eva Almstädt – Ostseeangst

Verlag: Bastei Lübbe | Seitenanzahl: 414 | Sofa-Hypeskala: 2/10

Während eines Ausflugs finden Jugendliche eine menschliche Hand. Die Lübecker Mordkommission ermittelt. In der folgenden Nacht verschwindet die Gruppenleiterin aus der Jugendherberge spurlos. Bei der Suche wird in einem nahe gelegenen Stall ein abgetrennter Unterarm gefunden, doch er gehört nicht zu der verbrannten Hand. Zur gleichen Zeit gerät Kommissarin Pia Korittkis Leben nach dem Tod ihres Freundes immer mehr aus den Fugen. Als ein Konflikt mit Kollegen eskaliert, rät Pias Vorgesetzter ihr zu einer Auszeit. Aber dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile.

Was wie ein Fisch riecht und wie ein Fisch aussieht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein Fisch sein. Das hier sieht aus und liest sich wie ein Regiokrimi, wie eine Folge Tatort. Ich mag den Tatort nicht.

Camilla Läckberg – Golden Cage

Verlag: List | Seitenanzahl: 368 | Sofa-Hypeskala: 9/10

Faye und Jack sind das absolute Traumpaar. Sie haben das erfolgreichste Unternehmen Stockholms aufgebaut, wohnen in einem luxuriösen Apartment und sind umgeben von den Reichen und Schönen. Die gemeinsame Tochter Julienne ist die Krönung ihres Glücks.

Doch der Schein trügt. Fayes Leben dreht sich nur noch um den verzweifelten Versuch, Jack zu gefallen. Seine Verachtung ist in jeder seiner Gesten spürbar. Was verbirgt ihr einst liebevoller Mann vor ihr? Als Jack und Julienne von einem Bootstrip nicht zurückkehren und die Polizei eine Blutlache im Apartment entdeckt, fällt der Verdacht schnell auf Jack. Hat er seine eigene Tochter ermordet? Nichts in Fayes Leben ist mehr so, wie sie es kannte …

Titel, Cover und Location sprechen mich sehr an, auch das Setting spricht mich an. Es spricht im Prinzip alles für dieses Buch. Deshalb: warum nicht?
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