[Rezension] Beate Maxian: Mord im Hotel Sacher (Sarah Pauli – Band IX)

Sarah Pauli, die Journalistin vom „Wiener Boten“, ist beim Frühlingsfest im Hotel Sacher, als sie ein streitendes Pärchen beobachtet. Kurz danach wird die Frau tot auf der Toilette gefunden. Sarah Pauli verfolgt die Sache journalistisch und geht der Geschichte der getöteten nach. Diese war Konditorin und in einer On/Off-Beziehung mit ihrem Chef Max Brücker – eben jenem Mann, mit dem sie sich stritt. War die Sache so einfach? Sarah recherchiert und recherchiert und landet irgendwann in der Welt der Blumen. Aber wie passt das alles zusammen? Sarah schmiedet eine Theorie, die selbst ihr Umfeld zurücklässt …

Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 3/5
Atmosphäre: 3/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 3/5
Showdown: 2/5

Prolog: Sarah Pauli ist ein Evergreen in meinem Bücherregal. Die Serie von Beate Maxian zieht bei mir immer. Weil ich die Kombination aus Journalismus und Ermittlung irrsinnig interessant finde. Journalismus, weil ich dieses Feld spannend finde und Ermittlung – na ja, ich lese mitunter eben gerne Krimis. Dies ist der bereits neunte Krimi um die Journalistin. Man muss die anderen zwar nicht zwingend gelesen haben, ich empfehle es aber dennoch, um die Entwicklung der Charaktere, aber vor allem der der Schreibweise, auf die ich später etwas eingehen werde, nachvollziehen zu können.


für mich eines der schwächeren Bücher von Maxian.


Sarah Pauli ist also gerade mit ihren Lieben im geschichts- und prestigeträchtigen Hotel Sacher, das vor allem für ihre Torte bekannt ist, und feiert den Frühling, denn das Buch spielt im April. Just dort wird jemand getötet – tatsächlich gab es so ein ähnliches Szenario bereits vor ein paar Teilen, als Sarah beim Neujahrskonzert war –, sie dürfte den Tod also geradezu magisch anziehen. Sarah ist mittlerweile Mitte dreißig und seit einer gefühlten Ewigkeit mit ihrem Chef David zusammen. Grund genug, endlich zusammenzuziehen. Weg von Sarahs geliebten Yppenplatz, den es, so wie alle anderen Lokalitäten, tatsächlich gibt, in den achzehnten Gemeindebezirk, wo David ein Haus hat.

Wer abgesehen von ihr heraussticht, ist Anja. Die konservative Lehrerin mit Kontrollzwang (vermutlich eine Berufskrankheit), den sie auch bei ihren Freunden auslebt. Sie muss einfach immer über alles und jeden Bescheid wissen. Der Tod ihrer Freundin Iris bringt sie allerdings komplett aus dem Gleichgewicht – das geht so weit, dass sie irgendwann paranoid wird.

Erster Satz „Mord im Hotel Sacher“

Beate Maxian lässt gerne Menschen in Wiens Sehenswürdigkeiten sterben. Wir waren schon beim Prater, am Naschmarkt, beim Stephansdom, am Zentralfriedhof und etlichen anderen Orten. Nun also im Hotel Sacher, einer der ältesten Hotels Wiens – und eins der teuersten. Bei mir punktet Maxian mit ihrem Hauptcharakter Sarah Pauli ohnehin immer, die Frau muss man einfach mögen. Diesmal führt uns Maxian nicht nur in die Welt der Konditorei, sondern auch in die der Blumen – beides kombiniert die Autorin sehr geschickt und man nimmt auch einiges daraus mit. Der Showdown ist mehr als ruhig, eigentlich ist er mit freiem Auge kaum ersichtlich.

Und daran erkennt man unter anderem auch die Entwicklung der Reihe: früher geriet Sarah Pauli regelmäßig zwischen die Fronten und begab sich ebenso regelmäßig in Lebensgefahr – diesmal geschieht das nicht mal ansatzweise. Auch wenn mir die Action irgendwo doch etwas fehlt, ist diese Vorgangsweise dann doch wesentlich realistischer. Und trotzdem fehlt dadurch etwas. Aber nicht nur deshalb. Irgendetwas fehlt mir diesmal insgesamt – zu ruhig, zu harmonisch (siehe unten), ja, etwas zu unaufgeregt ist mir der neueste Wien-Krimi von Beate Maxian. Und das finde ich dann doch schade.

Auffallend ist, wie schnell Sarah die Identität der Toten herausfindet. Gefühlt googelt sie zweimal kurz und weiß den Namen – gute Journalistin hin oder her, solche Google-Skills trau ich ihr dann doch nicht so wirklich zu. Und was mir nach wie vor etwas sauer aufstößt, ist diese immerwährende Harmonie zwischen Sarah und David. Da gibt es da ein Küsschen, dort einen anzüglichen Blick oder ein Fick-mich-Zwinkern – für mich etwas zu viel, dafür, dass die beiden schon eine Ewigkeit zusammen sind.


Epilog: „Mord im Hotel Sacher“ von Beate Maxian ist ein gemächlicher Wien-Krimi, der zwar durchaus spannend und interessant ist, der mir insgesamt aber etwas zu ruhig ist. Vielleicht der ruhigste Krimi rund um die Journalistin Sarah Pauli. Auch hätte ich gerne ein paar Fakten zum Tatort gehabt, wenn das Hotel von der Autorin schon so prominent platziert wird. Insgesamt ist „Mord im Hotel Sacher“ für mich eines der schwächeren Bücher von Maxian.

Daten zum Buch 

Autor: Beate Maxian
Titel: Mord im Hotel Sacher
Seiten: 416
Erschienen am: 18. März 2019
Verlag: Goldmann
ISBN-10: 344248782X
ISBN-13: 978-3-442-48782-0

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