[Rezension] Steffen Schulze: Pepe S. Fuchs – Panzerjäger (Pepe S. Fuchs – Band 3)

Achim und Waltraud sind gerade in einem Geldtransporter unterwegs, als sie überfallen werden – von einem Panzer. Aussteigen, ausziehen und wegtreten heißen die Anweisungen. Als die Polizei aufkreuzt und die zwei vor Kälte bibbernden aufliest, sind Panzer und Geldtransporter längst über alle Berge. Ein paar Tage später findet in Eisenach das alljährliche Sommergewinn Frühlingsfest statt, wo Pepe S. Fuchs die Deutschmanns treffen soll – als plötzlich im Gewühl der Menschen eine Bombe detoniert. Pepe fliegt ein Kopf in die Hände, just der des Panzerfahrers Deutschmann. Nur wenig später wird ein Kollege von Deutschmann tot aufgefunden. Beide waren in der Kaserne, in der Pepe S. Fuchs arbeitet und lebt, tätig. Wie hing das alles zusammen? Pepe muss die Sache aufklären …

Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 4/5
Atmosphäre: 4/5
Charaktere: 2/5
Spannung: 4/5
Showdown: 3/5

Prolog: Im Mai erreichte mich eine Rezensionsanfrage von Steffen Schulze. Und das traf sich gut, denn damals wartete ich sehnlichst auf Alex Beers „Der dunkle Bote“, dessen Release aber noch ein paar Tage weg war – zu viele Tage ohne zu lesen, zu wenige, um Tony Kents „3 2 1“ (Release der Rezension demnächst) dazwischenzuschieben (okay, ich lag nicht ganz auf dem Trockenen, aber das Ding hat >600 Seiten). Steffen Schulze sagt über sich, er sei Hobby-Autor – dabei kann sich „Pepe S. Fuchs – Panzerjäger“ (fortlaufend „Panzerjäger“) durchaus mit Vollzeitautoren messen.


Dass dieses Buch von einem Freizeitautor geschrieben wurde, merkt man ihm nicht an


Nun, wer ist Pepe S. Fuchs eigentlich? Alles was ich weiß, ist, dass er Feldjäger bei der Bundeswehr ist und am Hindukusch war und dort eine Verletzung davongetragen hat, die er heute noch spürt. Recht viel mehr erfährt man über ihn in diesem Buch nicht – vermutlich müsste man die zwei Vorgänger – „Pepe S. Fuchs – Feldjäger“ und „Pepe S. Fuchs – Mumienjäger“ – lesen. Das ist immer die Krux, wenn man mitten in einer Reihe einsteigt und der Grund, warum ich es normalerweise nicht tue. Entweder man erfährt jedes Mal die ganze Vorgeschichte eines oder mehrerer Charaktere oder fast nichts. Mir ist die „fast nichts“-Variante da dann doch lieber, denn die anderen Teile kann man immer noch nachholen – während man sich bei der „jedes Mal alles“ Variante jedes mal durch die Origin-Storys der Charaktere quälen muss – das hat bei mir auch schon dazu geführt, dass ich Reihen abgebrochen habe, weil es irgendwann genervt hat, sich durch exakte Wortlaute zu lesen.

Als Feldjäger untersucht Pepe S. Fuchs den Fall Deutschmann. Roger Deutschmann war ein guter Bekannter von Pepe und just beim Eisenacher Sommergewinn – eines der bekanntesten Frühlingsfeste und immaterielles UNESCO-Kulturerbe Deutschlands – sprengt sich Deutschmann in der Menschenmenge in die Luft – aber warum? Das will nicht nur Pepe S. Fuchs, sondern auch Beate Jäger. Jäger und Fuchs kennen sich, und zwar nicht nur beruflich – knick knack.

Erster Satz „Pepe S. Fuchs – Panzerjäger“

Ein weiterer Erzählstrang – und zwar der, den ich noch lieber als den um Pepe, Beate und Co. gelesen habe – handelt von Ajmal und seiner Zwillingsschwester Friba und spielt in Afghanistan. Wo genau, erfahren wir nicht, ist aber auch völlig unerheblich. Ajmal ist vierzehn und arbeitet für Mustafa bzw. ist dessen Sklave, der auf Mustafas Felder schuften muss. Seine Mutter hat er vor zehn Jahren verloren, seinen Vater kennt er nicht. Ajmal ist stark und selbstbewusst. Seine Schwester ist sein ein und alles. Für sie würde er vermutlich auch sterben – oder töten.

„Panzerjäger“ ist weit weniger lokal als man es von einem Hobby-Autor erwarten könnte, das zeigt nicht zuletzt der Afghanistan-Erzählstrang. Schnell kam ich auf den Trichter, dass Steffen Schulze vielleicht sogar selbst mal in Afghanistan war – auf Nachfrage war er es aber nicht. Sein Wissen darüber hat er aus Dokus und dem Internet. Ebenso umfassend ist das militärische Wissen von Schulze, da musste ich dann doch ein paar Sachen googeln, obwohl in meiner Familie sogar jemand beim Heer arbeitet.

Was das Buch allerdings auszeichnet, ist der brillante Schreibstil, der zum Weiterlesen animiert, und der teilweise skurrile Humor, der mich manchmal herzhaft lachen ließ – ich hab da sofort an Rainer Nikowitz denken müssen, dessen Humor in eine ähnliche Kerbe schlägt.

Der Showdown ist okay, aber sicher kein Alleinstellungsmerkmal des Buches; und das Ende ist relativ offen. Auch merkt man dem Buch weder von außen noch von innen an, dass der dritte Teil einer Reihe ist, wenn man nicht explizit danach googelt. Dennoch: Dass dieses Buch von einem Freizeitautor geschrieben wurde, merkt man ihm nicht an.


Epilog: „Pepe S. Fuchs – Panzerjäger“ von Steffen Schulze ist ein äußerst unterhaltsames Buch rund um den Feldjäger Pepe S. Fuchs, dessen skurriler Humor zwar nicht im Zentrum steht, aber das Buch definitiv bereichert und aufwertet. Über die Charaktere erfährt man in diesem Teil nicht viel, dazu müsste man die Vorgänger auch lesen; generell fehlt mir ein bisschen die deskriptive Komponente – ein paar Sachen musste ich dann doch googeln oder beim Autor erfragen. Steffen Schulze muss sich als Freizeitautor aber nicht vor Vollzeitautoren verstecken.

Daten zum Buch 

Autor: Steffen Schulze
Titel: Pepe S. Fuchs – Panzerjäger
Seiten: 284
Erschienen am: 15. August 2018
Verlag: Principal
ISBN: 978-3899692211
Preis Print: 12,80 Euro
Preis Digital: 8,99 Euro
(Preise können abweichen)

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