[Rezension] Ursula Poznanski: VANITAS – Rot wie Feuer (Vanitas-Trilogie – Band #3)

Ihre Verfolger haben sie in Wien aufgespürt. Die österreichische Polizei sucht sie in Zusammenhang mit einem Mordfall. Völlig auf sich allein gestellt tritt Blumenhändlerin Carolin die Flucht nach vorne an: Sie fährt nach Frankfurt, in die Hochburg ihrer Feinde, in die Höhle des Löwen. Für sie die gefährlichste Stadt der Welt, aber auch die, in der man sie zuletzt vermuten würde. Und gleichzeitig der einzige Ort, an dem sie die Chance sieht, ihrem Alptraum ein Ende zu setzen.
Ausgerüstet mit ihrem Wissen über den russischen Karpin-Clan, über Schwächen, Gewohnheiten und alte Feindschaften ihrer Gegner, beginnt Carolin, Fallen zu stellen und ein Netz aus Intrigen zu weben. Schon bald zieht sie eine blutige Spur durch Frankfurt – nur leider scheint es, als wäre ihre Rückkehr doch nicht unentdeckt geblieben … (Offizieller Klappentext)


Von München, nach Wien, nach Frankfurt – nun ist Carolin in der Hochburg der Karpins gelandet. Jenem Clan, vor dem sie seit Monaten flüchtet, wirft sie sich nun geradezu in die Arme. Doch um genau das zu verhindern, schmiedet sie einen perfiden Plan – die Karpins sind nämlich nicht der einzige Clan in der Stadt am Main. Und so hetzt sie den einen gegen den anderen auf, um sich geschickt unter der Fehde durch zu ducken. Aber so einfach, wie sie sich das vorstellt, wird es dann doch nicht. Und das ist gut – vor allem für die Leserschaft.

Der erste Teil der „Vanitas“-Reihe war eher so lala, als müsste sich Ursula Poznanski selbst erst ans Mafia-Setting gewöhnen. Der Zweite war wesentlich besser. Und der Dritte? Tja, der beginnt erst mal mit einem Knall, denn der erste Satz des Buches – „Ich war dabei, als wir den Polizisten zerstört haben“ – fungiert als Foreshadowing für das, was wir ein paar Seiten später erfahren.  Carolins Kontaktmann beim BKA, Robert, mit dem sie immer in der Sprache der Blumen kommuniziert hat, vegetiert in einem Pflegeheim nur mehr vor sich hin. Carolin ist also auf sich allein gestellt – ausgerechnet in Frankfurt. Sie muss sich also einen Plan nach dem anderen ausdenken, von denen nahezu jeder irgendwie durchkreuzt wird. Aber das macht das Buch aus, es gibt einen Plot-Twist nach dem anderen; das garantiert durchgehende Spannung – etwas, das ich im ersten Teil der Trilogie noch schmerzlich vermisst habe.

Den ersten Teil habe ich aber ohnehin fast ausschließlich gelesen, weil ich wissen wollte, wie Carolin überhaupt in die Mühlen der Karpins geraten ist. Eigentlich ist sie ja Grafikerin, als diese hat sie auch für die Karpins gearbeitet, hat Geburturkunden, Pässe, Dokumente gefälscht. Sie ist aber keine Russin, noch weniger eine Karpin. Es wird im finalen Teil der Trilogie zwar erwähnt, wie sie in den Mafia-Clan gekommen ist, aber ich hätte mir viel mehr Backstory von Carolin gewünscht, denn so richtig ist sie für mich über die drei Teile nicht greifbar geworden.

Allerdings findet eine Charakterentwicklung statt bei Carolin. Sie wirkt nicht nur entschlossener, sondern ist auch emotionaler, ist näher am Wasser gebaut als in den beiden anderen Teilen. Man merkt, diese ganze Sache macht etwas mit ihr, dazu steigt der Druck, weil sie in Frankfurt quasi Tür an Tür mit den Karpins lebt. Dazu kommt auch noch, dass sie als Verdächtige in einem Mordfall in Wien gilt, während sie in Frankfurt Schach gegen einen russischen Mafia-Clan spielt. Das hat mir imponiert, und ich hoffe, Ursula Poznanski veröffentlicht bald wieder ein vollwertiges Buch für die erwachsene Leserschaft – wobei man auch ihre Jugendbücher als Erwachsener lesen kann.

Daten zum Buch 

Autor: Ursula Poznanski
Titel: VANITAS – Rot wie Feuer
Seiten: 400
Kapitel: 29
Erschienen am: 1. April 2021 (eBook: 20.3.)
Verlag: Knaur HC;
ISBN: 978-3426226889
Preis Print: 16,67 Euro
Preis Digital: 14,99 Euro
(Preise können abweichen)

Rezensionsexemplar

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