[Rezension] Beate Maxian: Der Tote im Fiaker (Sarah Pauli – Band #10)

Sarah Pauli ist gerade in den achtzehnten Wiener Gemeindebezirk gezogen und zur Chefredakteurin aufgestiegen. Doch deshalb legt sie nicht die Füße hoch und ruht sich auf ihren Lorbeeren aus – ganz im Gegenteil. In Wien wird ein Mann, der gerade am Weg zu einem Termin ist, aus nächster Nähe erschossen, als er gerade aus einem Fiaker steigen will. Neben der Leiche liegt ein Zettel mit einem aufgemalten Taukreuz und einem Kryptogramm. Tatsächlich werden in letzter Zeit in ganz Wien Taukreuz-Graffitis gesprayed – die Chronik-Redaktion des „Wiener Boten“, die von Sarah geleitet wird, will herausfinden, was dahintersteckt. Nebenbei wird sie von Chefermittler Stein damit beauftragt, das Kryptogramm zu entschlüsseln. Die ernüchternde Lösung dessen lautet: Es wird Tote geben …


Grund zum Feiern: Sarah Pauli wird zehn! Also zumindest in der Reihe von Beate Maxian, „Der Tote im Fiaker“ ist nämlich der zehnte Teil rund um die Journalistin Sarah Pauli, die damals mehr oder minder von der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Hilde Jahn profitiert und ihren Arbeitsplatz geerbt hat. Nun ist sie in die Chefredaktion aufgestiegen und bearbeitet nach wie vor mysteriöse Mordfälle.

Nun hat sich Beate Maxian eine Wiener Institution als Tatort hergenommen – nämlich die Wiener Fiaker, die seit dem 17. Jahrhundert durch Wien fahren – höchste Zeit also, dass sie Einzug in den Wien-Krimis rund um Sarah Pauli finden. Pauli füllt neben ihrer Tätigkeit als Chefredakteurin auch eine Kolumne über Bräuche und Mythen, sie wird deshalb auch liebevoll „Hexe vom ‚Wiener Boten’“ genannt. Immer wieder stolpert die immer noch junge Journalistin über mysteriöse Mordfälle, die sie zu lösen versucht. Nicht immer geht es ohne Action aus, vor allem in den ersten Teilen der Sarah-Pauli-Reihe begab sich die Protagonistin in lebensgefährliche Situationen – das lässt Maxian im zehnten Band wieder etwas aufleben.

Man kommt sehr flott durch die 400 Seiten, belebt wird das Ganze durch Dialoge, Fließtexte findet man nicht allzu viele. Ich mag das gerne, denn man kann sich beim Lesen zurücklehnen und entspannen. Das Buch lädt aber auch zum Miträtseln ein, Maxian gibt einem auch das nötige Werkzeug zum Lösen der Kryptogramme in die Hand. Was die Taukreuze betrifft, die an diverse Wiener Orte gesprayed werden, musste ich an jenen Schweizer denken, der vor einigen Jahren auf alle erdenklichen Wände das Fantasiewort „Puber“ sprayte – nur dass der Herr nichts mit Religion und noch weniger mit Mord zu tun hatte. Religion spielt tatsächlich eine größere Rolle in dem Buch, das erste Opfer führte zum Beispiel ein Geschäft, das christliche Devotionalien verkaufte. Auch Kirchen spielen im Buch oft eine Rolle.

Die Handlung spielt nicht nur in Wien, für ein paar Kapitel spielt sie auch in Innsbruck – wenn mich nicht alles täuscht, ist das ein Novum in der Sarah-Pauli-Reihe. Generell fällt es auf, dass sich die Reihe enorm weiterentwickelt hat. Sarah ist Chefredakteurin geworden und von Ottakring nach Währing übersiedelt, ihr Bruder ist mittlerweile Arzt und bezüglich seiner Beziehungen zu Frauen sesshaft geworden, und genau deshalb habe ich exakt einen Kritikpunkt am „Toten im Fiaker“: Sarah Pauli hätte im zehnten Teil ihrer Reihe zumindest für einen kurzen Absatz innehalten und an die Frau denken können, der sie das alles zu verdanken hat: Hilde Jahn. Das ist vielleicht ein etwas seltsamer Kritikpunk, aber das hätte ich schön gefunden.

Daten zum Buch 

Autor: Beate Maxian
Titel: Der Tote im Fiaker
Seiten: 400
Kapitel: 38 (+ Epilog)
Erschienen am: 16. März 2020
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3499001444
Preis Print: 10 Euro
Preis Digital: 9,99 Euro
(Preise können abweichen)

[Rezension] Beate Maxian: Mord im Hotel Sacher (Sarah Pauli – Band IX)

Sarah Pauli, die Journalistin vom „Wiener Boten“, ist beim Frühlingsfest im Hotel Sacher, als sie ein streitendes Pärchen beobachtet. Kurz danach wird die Frau tot auf der Toilette gefunden. Sarah Pauli verfolgt die Sache journalistisch und geht der Geschichte der getöteten nach. Diese war Konditorin und in einer On/Off-Beziehung mit ihrem Chef Max Brücker – eben jenem Mann, mit dem sie sich stritt. War die Sache so einfach? Sarah recherchiert und recherchiert und landet irgendwann in der Welt der Blumen. Aber wie passt das alles zusammen? Sarah schmiedet eine Theorie, die selbst ihr Umfeld zurücklässt … Weiterlesen

[Vorschau #16] Nina Laurin – Böser als du denkst, Elisabeth Norebäck – Das Schweigemädchen, Sue Fortin – Sister, Sister, Wiebke Lorenz – Einer wird sterben, Amy Gentry – Wie du mir, Beate Maxian – Mord im Hotel Sacher

Der Bücherstapel steht hier und wartet darauf, abgearbeitet zu werden. Folgende Bücher werden in den nächsten Wochen in Form einer Rezension auf dem Krimisofa veröffentlicht. Die Klappentexte habe ich schamlos von den Seiten der Verlagsgruppen Random House, Droemer Knaur und Fischer geklaut  😉
Die Reihenfolge ist nicht endgültig, aber in der Regel wie hier dargestellt.. Die Rezensionstermine sind nur voraussichtlich – Änderungen vorbehalten. Weiterlesen

[Q&A] Interview mit Beate Maxian

Beate Maxian wurde in München geboren und verbrachte abwechselnd in Bayern und im arabischen Raum ihre Kindheit – bis es sie in den 1990ern nach Österreich zog. Sie ist gelernte Journalistin und Moderatorin – heute verdient sie ihre Brötchen mit der Schriftstellerei. Seit 2005 schreibt sie Kriminalromane, seit 2011 existiert die Sarah-Pauli-Reihe und 2017 hat sie sich erstmals in ein anderes Genre gewagt. Jetzt hat sie sich aufs Krimisofa gesetzt und über ihre Bücher, ihr Leben und Aberglaube geplaudert.  Weiterlesen

[Rezension] Beate Maxian: Tod in der Kaisergruft (Sarah Pauli – Band #8)

Wien im Hochsommer, die Augusthitze ist schier unerträglich und steigt so manchem zu Kopf. So auch einem Menschen, der in die Wiener Kaisergruft hinabsteigt und ahnungslose Menschen erschießt. Sarah Pauli wittert sofort eine Story für das Chronik-Ressort des Wiener Boten und fährt zum Tatort, wo sie allerdings nur wenig erfährt.
Indessen ist Isabella Schönegg-Bach außer sich, über die Bilder ihrer Schwester Christa. Sie hat Fotos einer ihr unbekannten Kollektion in den neuen Katalog der Modewelt Schönegg geschmuggelt, ohne es mit ihr abzusprechen. Doch als sie ihre Schwester zur Rede stellen will, ist sie  scheinbar spurlos verschwunden …  Weiterlesen

[Rezension] Beate Maxian: Die Prater-Morde (Sarah Pauli VII)

Lucie Viktor ist Kunstfotografin, die die hässlichen Seiten Wiens fotografiert; jene Seiten, die Touristen nicht sehen. Sie macht zum Beispiel Fotos von Müllhäufchen, Drogendeals oder Obdachlose. Als sie ein Bild von einer ihr bekannten Obdachlosen macht, die sich mit einem aufstrebenden Politiker unterhält, erahnt sie die Sprengkraft dessen erst dann, als sie dafür fast mit ihrem Leben bezahlen muss.
Bereits davor stößt Sarah Pauli auf den Tod eines Obdachlosen, der offiziell an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben sein soll. Als sie weiterforscht, stößt sie auf drei solche Tode in den letzten Monaten und wittert eine Mordserie … Weiterlesen

[REZENSION] Beate Maxian – Mord in Schönbrunn

misbmIn Schönbrunn wird eine Leiche gefunden – schön aufgebahrt und als Schneewittchen gekleidet und geschminkt. Fünf Jahre zuvor war die nun tote Daniela Meier entführt worden und ist von heute auf morgen wie vom Erdboden verschluckt worden. Damals hätte sie den erfolgreichen Hotelier Felix Beermann heiraten sollen – dieser ist mittlerweile mit Valentina Macek verlobt. Sie hat damals die Hochzeit mitorganisiert und ausgerechnet sie findet die Leiche – Zufall?
Sarah Pauli nimmt in dem Fall die Spur auf und fahndet auf ihre ganz eigene Art und Weise … Weiterlesen