[Rezension] Alex Beer: Der dunkle Bote (August Emmerich – Band 3)

Der düstere Herbst hat Wien im Würgegriff. Und dann geht auch noch ein Mörder um. August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter werden zu einem Tatort gerufen. Das Zimmer, in dem das Opfer gelebt hat, ist blutüberströmt und dem Ermordeten fehlt die Zunge. Warum so brutal, fragen sich Emmerich und Winter. Doch es soll nicht das einzige Opfer des Mörders, der sich selbst als den Antichristen sieht, bleiben. Und dann ist da noch Xaver Koch, der totgeglaubte Mann von Loise. Er misshandelt sie und die drei Kinder, behandelt sie wie den letzten Dreck. Doch er hat Ziele. Politische Ziele. Doch bevor er sich diesen widmet, muss er Emmerich beseitigen  …  Weiterlesen

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[Rezension] Steen Langstrup: Die Insel

Noa fliegt mit Selina in den Urlaub. Als Programmierer verdient er mittlerweile ziemlich gut, weshalb die zwei in einem besseren Hotel logieren. An einem Abend macht er seiner Traumfrau einen Heiratsantrag, dem sie zustimmt. Am nächsten Tag unternehmen sie eine sehr exklusive Schnorcheltour auf einer einsamen Insel. Alles ist perfekt bis zu dem Moment, als sich Selina eine Wunde auf dem Knie zuzieht und daran stirbt. Das ist Noas Version der Geschichte. Noa sitzt nun im Gefängnis und wird mit dem Vorwurf konfrontiert, Selina getötet zu haben. Das Problem, das Noa nun hat: In dem Land, in dem sich Noa gerade befindet, steht auf Mord die Todesstrafe … Weiterlesen

[Rezension] Phoebe Locke: Rachemädchen – Eine ist verschwunden. Eine ist angeklagt. Wer ist das Opfer?

Als Sadie mit 19 schwanger wird, ahnt sie noch nicht, was sie kurz nach der Geburt von Amber tun wird. Denn sie muss ihre Tochter beschützen. Vor IHM und den Schatten. Ihre Tochter soll ein gutes Leben haben, soll nichts mit dem Großen Mann zu tun haben. Und deshalb verlässt Sadie Amber und ihren Mann Miles eine Woche nach Ambers Geburt ohne Ankündigung, um 16 Jahre später genau so unangekündigt wieder zurückzukehren. Sie hat die Schatten hinter sich gelassen. Die Schatten, an die sie seit 25 Jahren glaubt. An den Mythos, den es in der Stadt seit Jahrzehnten gibt. Jetzt ist sie endlich frei – glaubt sie … Weiterlesen

[Rezension] Vincent Kliesch / Sebastian Fitzek: Auris

Matthias Hegel ist forensischer Phonetiker. Er hat das absolute Gehör und hört Dinge, die sonst keiner hört. Er hört Unsicherheit in Stimmen, Nervosität und Angst. Hegel arbeitet deshalb für die Polizei und kommt zum Beispiel bei Geiselnahmen zum Einsatz. Zumindest tat er das bis vor einem Jahr, denn heute sitzt Hegel in Haft. Er hat eine Obdachlose unnötig brutal ermordet und sich danach selbst gestellt. Aber ist er wirklich schuldig? Diese Frage geht Jula nach. Jula arbeitet beim Radio und betreibt privat einen True-Crime-Podcast, spricht dort also über reale Kriminalfälle – so auch über Hegels Fall, denn sie glaubt an seine Unschuld. Nun hat sie einen heißen Tipp bekommen. Eine neue Spur, um seine Unschuld zu beweisen. Doch dann bekommt sie einen Drohanruf, dass sie die Finger von dem Fall lassen soll. Als sie das nicht tut, wird ihr geschätzter Halbbruder Elyas entführt. Nun ist Jula in einer Bredouille … Weiterlesen

[Rezension] Pascal Engman: Der Patriot

In Stockholm werden reihenweise Journalisten getötet. Gutmenschen seien sie, Ausländerfreunde oder ähnliches. Hannah Löwenström ist das erste von vielen Opfern, die noch folgen sollen. Drahtzieher der Morde ist Carl Cederhilm, der die Nase voll hat – nicht nur von den Politikern, die alle Türen und Tore für „Luxusflüchtlinge“ öffnet, sondern vor allem von den Journalisten, die das Sprachrohr für diese Politik seien. Also hat er einen Plan, der den Schweden ihr Land zurückgeben soll – und der ist radikal. Noch radikaler als die Journalistenmorde.
Einstweilen ist August in Chile, wo er seit zehn Jahren mit seiner Freundin Valeria lebt. Er ist eigentlich Schwede, doch er musste aus seinem Land fliehen und kann erst wieder in fünf Jahren zurück, weil erst dann die Tat, die er begangen hat, verjährt ist. Doch Valeria will jetzt nach Schweden. Unglückliche Umstände bringen August dann doch dazu, Chile schnellstmöglich zu verlassen. Doch was ihn in Schweden erwartet, damit hat er nicht gerechnet … Weiterlesen

[Rezension] Susanne Kliem: Lügenmeer

Magnus kommt nach fast zwanzig Jahren in seine alte Heimatstadt zurück. Er eröffnet eine Kanzlei und will ein Boot kaufen – jenes Boot, an dem er vor seinem Weggang mitgebaut hat. Dass er weggegangen ist, hatte einen triftigen Grund: Er wurde als Mörder tituliert, obwohl er vor Gericht freigesprochen wurde. Was war passiert? Milla, ein Mitglied der Clique, in der Magnus war, wurde vom Sprungturm des hiesigen Hallenbades gestoßen, und Magnus soll laut der Bevölkerung der Übeltäter gewesen sein. Die Gerüchteküche hat damals Mechthild Wagemann betrieben, eine einflussreiche Person in der Stadt – sie war maßgeblich an Magnus‘ Abgang verantwortlich. Nun will der Jurist sein Gesicht zurück und mit den Lügen aufräumen. Allerdings stößt er dabei auf massiven Widerstand… Weiterlesen

[Rezension] Beate Maxian: Mord im Hotel Sacher (Sarah Pauli – Band IX)

Sarah Pauli, die Journalistin vom „Wiener Boten“, ist beim Frühlingsfest im Hotel Sacher, als sie ein streitendes Pärchen beobachtet. Kurz danach wird die Frau tot auf der Toilette gefunden. Sarah Pauli verfolgt die Sache journalistisch und geht der Geschichte der getöteten nach. Diese war Konditorin und in einer On/Off-Beziehung mit ihrem Chef Max Brücker – eben jenem Mann, mit dem sie sich stritt. War die Sache so einfach? Sarah recherchiert und recherchiert und landet irgendwann in der Welt der Blumen. Aber wie passt das alles zusammen? Sarah schmiedet eine Theorie, die selbst ihr Umfeld zurücklässt … Weiterlesen

[Rezension] Amy Gentry: Wie du mir

Dana Diaz ist Stand-up Comedian, die gerade eine Open-Mic-Tour absolviert. An einem Abend lernt sie Amanda kennen, die ihr sofort ihr Herz ausschüttet. Sie wurde von ihrem Ex-Freund schwer misshandelt und dann noch von ihrem ehemaligen Chef sexuell belästigt. Auch Dana hat solche Erfahrungen, breitet sie aber nicht vor Amanda aus. Die zwei gehen einen Auge-um-Auge-Pakt ein, jeder von den zweien muss den Typen, der der anderen Schaden zugefügt hat, diskreditieren – oder mehr. Irgendwann wird es Dana zu extrem und sie taucht unter, ignoriert Amandas Anrufe und Nachrichten. Doch das ist ein Fehler, denn damit begibt sie sich in akute Gefahr …


Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 3/5
Atmosphäre: 3/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 3/5
Showdown: 4/5

Prolog: Ich hab mir immer vorgenommen, „Good as Gone“ von Amy Gentry zu lesen – dazu gekommen bin ich nie. Nun also der Nachfolger dessen, der gar nichts damit zu tun hat. Mir gefiel das Cover und der Klappentext, Grund genug, das Buch zu lesen. Vor allem das Setting hatte es mir angetan, das klang nicht nach 08/15, das klang nicht nach fünfzehnmal durchgekaut. Tatsächlich ist es dies auch nicht, und so etwas freut mich immer enorm.


 

mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Dana tingelt gerade durch die Clubs, um einen Open-Mic-Abend nach dem anderen zu absolvieren. Open-Mic, das bedeutet, jeder kann kommen und vor einem Publikum auftreten und sein Comedy-Programm testen. Danas Programm fängt bei ihrer Heimatstadt Amarrillo an und endet bei ihren Brüsten – Lacher bekommt sie an dem Abend kaum. Und dennoch zieht sie exakt die gleiche Nummer beim „Funniest Person in Austin“, der Contest, der bald ansteht, durch – muss sie auch, denn sie hat gerade eine Schreibblockade. Nach dem Open-Mic-Abend spricht sie Amanda an und schüttet Dana ihr Herz aus. Nicht ohne Grund, denn sie verfolgt einen Zweck – Rache. Rache an allen Männern, die ihr Schlechtes angetan haben – und davon gibt es bei Dana auch etliche. Also arrangieren sich die beiden und gehen auf Rachefeldzug.

Es sind einige Themen, die in „Wie du mir“ behandelt werden, man weiß nie so wirklich, was wichtig ist, zumal das Ganze auch ziemlich unaufgeregt in der ersten Person erzählt wird und das Erzähltempo nicht das schnellste ist – zumindest in der ersten Hälfte des Buches. Dana ist weder unsympathisch, aber auch nicht sonderlich sympathisch. Sie scheint eine sehr nachdenkliche, bisweilen auch melancholische Person zu sein. Sie denkt oft an Jason zurück, dem Menschen, mit dem sie zwar zusammen gelebt hat, aber nie zusammen war. Sie denkt an dessen Bruder, sie denkt an Neely, dem Typen aus der Comedyszene, sie denkt an Fash, an Kim und ihr kommen oft Pilotfilm-Plot-Ideen, vor allem, seit sie den einen Pitch vergeigt hat. Ihr seht, Amy Gentry hat einiges in das Buch gepackt.

Ist das gut oder schlecht? Das hab ich mich während des Lesens oft gefragt, denn eigentlich hab ich mich vor dem Lesen darauf eingestellt, dass der Fokus schon beim Rachefeldzug von Dana und Amanda liegt, das tut es aber nicht – bei Weitem nicht. Zumindest bis zur Hälfte. Ja, man muss sich auf einen langsamen, sehr langsamen Storyaufbau einstellen. Zuerst erleben wir, wie Dana versucht, sich in der androzentristischen Comedy-Szene zurechtzufinden, während Amanda ihr von der männerdominanten IT-Szene, in der sie als IT-Spezialistin gearbeitet hat, erzählt. „Wie du mir“ kann man bestimmt als feministischen Thriller bezeichnen – ein Feminismus der radikalsten Sorte. Eine Welt, in denen Männer ihre Macht schamlos ausnutzen. Ja, wir reden (auch) von Sex, und ich habe während des Lesens keine Sekunde daran gezweifelt, dass es solche Zustände tatsächlich gibt. Dazu muss man nur einmal kurz „Me too“ googeln. Vielleich war dieser Hashtag auch Stein des Anstoßes für die Idee dieses Buch.

In der zweiten Hälfte zieht das Tempo dann an, zeitweise mutiert „Wie du mir“ zu einem Pageturner. Ich habe „Good as gone“ zwar nicht gelesen, aber ich hab so das Gefühl, dass es dort ähnlich ist. Ich mag so etwas ja eigentlich gerne, wenn Bücher zwei Gesichter haben – meistens bin ich dafür aber dann doch zu ungeduldig und die Angst zu groß, dass die Handlung bis zum Ende vor sich hindümpelt. Bei „Wie du mir“ hat es sich allerdings gelohnt.

Was mich dann doch etwas verwirrt zurückließ, war eine Szene in einem Lagerhaus, wo das Handeln von Dana nur schwer nachvollziehbar ist. Auch die Beziehung zwischen Dana und Jason ist alles andere als klar. Ich hatte beim Lesen noch einige andere Kritikpunkte, aber die haben sich irgendwann verloren – mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Epilog: „Wie du mir“ von Amy Gentry ist ein vielseitiger und gleichzeitig zweiseitiger Psychothriller. Ein Thriller, der einige Themen in den Topf wirft, sich aber doch irgendwo auf eine Handvoll davon fokussiert. Die Protagonistin erzählt völlig unaufgeregt, was hier vor sich geht und insgesamt weiß „Wie du mir“ zu gefallen – wenn man ausreichend Geduld mitbringt.

Daten zum Buch 

Autor: Amy Gentry
Titel: Wie du mir
Originaltitel: Last Woman Standing
Übersetzung: Astrid Arz
Seiten: 416
Erschienen am: 25. Februar 2019
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN-10: 3570103714
ISBN-13: 978-3570103715

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