[Rezension] Phoebe Locke: Rachemädchen – Eine ist verschwunden. Eine ist angeklagt. Wer ist das Opfer?

Als Sadie mit 19 schwanger wird, ahnt sie noch nicht, was sie kurz nach der Geburt von Amber tun wird. Denn sie muss ihre Tochter beschützen. Vor IHM und den Schatten. Ihre Tochter soll ein gutes Leben haben, soll nichts mit dem Großen Mann zu tun haben. Und deshalb verlässt Sadie Amber und ihren Mann Miles eine Woche nach Ambers Geburt ohne Ankündigung, um 16 Jahre später genau so unangekündigt wieder zurückzukehren. Sie hat die Schatten hinter sich gelassen. Die Schatten, an die sie seit 25 Jahren glaubt. An den Mythos, den es in der Stadt seit Jahrzehnten gibt. Jetzt ist sie endlich frei – glaubt sie … Weiterlesen

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[Rezension] Amy Gentry: Wie du mir

Dana Diaz ist Stand-up Comedian, die gerade eine Open-Mic-Tour absolviert. An einem Abend lernt sie Amanda kennen, die ihr sofort ihr Herz ausschüttet. Sie wurde von ihrem Ex-Freund schwer misshandelt und dann noch von ihrem ehemaligen Chef sexuell belästigt. Auch Dana hat solche Erfahrungen, breitet sie aber nicht vor Amanda aus. Die zwei gehen einen Auge-um-Auge-Pakt ein, jeder von den zweien muss den Typen, der der anderen Schaden zugefügt hat, diskreditieren – oder mehr. Irgendwann wird es Dana zu extrem und sie taucht unter, ignoriert Amandas Anrufe und Nachrichten. Doch das ist ein Fehler, denn damit begibt sie sich in akute Gefahr …


Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 3/5
Atmosphäre: 3/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 3/5
Showdown: 4/5

Prolog: Ich hab mir immer vorgenommen, „Good as Gone“ von Amy Gentry zu lesen – dazu gekommen bin ich nie. Nun also der Nachfolger dessen, der gar nichts damit zu tun hat. Mir gefiel das Cover und der Klappentext, Grund genug, das Buch zu lesen. Vor allem das Setting hatte es mir angetan, das klang nicht nach 08/15, das klang nicht nach fünfzehnmal durchgekaut. Tatsächlich ist es dies auch nicht, und so etwas freut mich immer enorm.


 

mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Dana tingelt gerade durch die Clubs, um einen Open-Mic-Abend nach dem anderen zu absolvieren. Open-Mic, das bedeutet, jeder kann kommen und vor einem Publikum auftreten und sein Comedy-Programm testen. Danas Programm fängt bei ihrer Heimatstadt Amarrillo an und endet bei ihren Brüsten – Lacher bekommt sie an dem Abend kaum. Und dennoch zieht sie exakt die gleiche Nummer beim „Funniest Person in Austin“, der Contest, der bald ansteht, durch – muss sie auch, denn sie hat gerade eine Schreibblockade. Nach dem Open-Mic-Abend spricht sie Amanda an und schüttet Dana ihr Herz aus. Nicht ohne Grund, denn sie verfolgt einen Zweck – Rache. Rache an allen Männern, die ihr Schlechtes angetan haben – und davon gibt es bei Dana auch etliche. Also arrangieren sich die beiden und gehen auf Rachefeldzug.

Es sind einige Themen, die in „Wie du mir“ behandelt werden, man weiß nie so wirklich, was wichtig ist, zumal das Ganze auch ziemlich unaufgeregt in der ersten Person erzählt wird und das Erzähltempo nicht das schnellste ist – zumindest in der ersten Hälfte des Buches. Dana ist weder unsympathisch, aber auch nicht sonderlich sympathisch. Sie scheint eine sehr nachdenkliche, bisweilen auch melancholische Person zu sein. Sie denkt oft an Jason zurück, dem Menschen, mit dem sie zwar zusammen gelebt hat, aber nie zusammen war. Sie denkt an dessen Bruder, sie denkt an Neely, dem Typen aus der Comedyszene, sie denkt an Fash, an Kim und ihr kommen oft Pilotfilm-Plot-Ideen, vor allem, seit sie den einen Pitch vergeigt hat. Ihr seht, Amy Gentry hat einiges in das Buch gepackt.

Ist das gut oder schlecht? Das hab ich mich während des Lesens oft gefragt, denn eigentlich hab ich mich vor dem Lesen darauf eingestellt, dass der Fokus schon beim Rachefeldzug von Dana und Amanda liegt, das tut es aber nicht – bei Weitem nicht. Zumindest bis zur Hälfte. Ja, man muss sich auf einen langsamen, sehr langsamen Storyaufbau einstellen. Zuerst erleben wir, wie Dana versucht, sich in der androzentristischen Comedy-Szene zurechtzufinden, während Amanda ihr von der männerdominanten IT-Szene, in der sie als IT-Spezialistin gearbeitet hat, erzählt. „Wie du mir“ kann man bestimmt als feministischen Thriller bezeichnen – ein Feminismus der radikalsten Sorte. Eine Welt, in denen Männer ihre Macht schamlos ausnutzen. Ja, wir reden (auch) von Sex, und ich habe während des Lesens keine Sekunde daran gezweifelt, dass es solche Zustände tatsächlich gibt. Dazu muss man nur einmal kurz „Me too“ googeln. Vielleich war dieser Hashtag auch Stein des Anstoßes für die Idee dieses Buch.

In der zweiten Hälfte zieht das Tempo dann an, zeitweise mutiert „Wie du mir“ zu einem Pageturner. Ich habe „Good as gone“ zwar nicht gelesen, aber ich hab so das Gefühl, dass es dort ähnlich ist. Ich mag so etwas ja eigentlich gerne, wenn Bücher zwei Gesichter haben – meistens bin ich dafür aber dann doch zu ungeduldig und die Angst zu groß, dass die Handlung bis zum Ende vor sich hindümpelt. Bei „Wie du mir“ hat es sich allerdings gelohnt.

Was mich dann doch etwas verwirrt zurückließ, war eine Szene in einem Lagerhaus, wo das Handeln von Dana nur schwer nachvollziehbar ist. Auch die Beziehung zwischen Dana und Jason ist alles andere als klar. Ich hatte beim Lesen noch einige andere Kritikpunkte, aber die haben sich irgendwann verloren – mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Epilog: „Wie du mir“ von Amy Gentry ist ein vielseitiger und gleichzeitig zweiseitiger Psychothriller. Ein Thriller, der einige Themen in den Topf wirft, sich aber doch irgendwo auf eine Handvoll davon fokussiert. Die Protagonistin erzählt völlig unaufgeregt, was hier vor sich geht und insgesamt weiß „Wie du mir“ zu gefallen – wenn man ausreichend Geduld mitbringt.

Daten zum Buch 

Autor: Amy Gentry
Titel: Wie du mir
Originaltitel: Last Woman Standing
Übersetzung: Astrid Arz
Seiten: 416
Erschienen am: 25. Februar 2019
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN-10: 3570103714
ISBN-13: 978-3570103715

[Rezension] Wiebke Lorenz: Einer wird sterben

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[Vorschau #16] Nina Laurin – Böser als du denkst, Elisabeth Norebäck – Das Schweigemädchen, Sue Fortin – Sister, Sister, Wiebke Lorenz – Einer wird sterben, Amy Gentry – Wie du mir, Beate Maxian – Mord im Hotel Sacher

Der Bücherstapel steht hier und wartet darauf, abgearbeitet zu werden. Folgende Bücher werden in den nächsten Wochen in Form einer Rezension auf dem Krimisofa veröffentlicht. Die Klappentexte habe ich schamlos von den Seiten der Verlagsgruppen Random House, Droemer Knaur und Fischer geklaut  😉
Die Reihenfolge ist nicht endgültig, aber in der Regel wie hier dargestellt.. Die Rezensionstermine sind nur voraussichtlich – Änderungen vorbehalten. Weiterlesen

[Rezension] John Katzenbach: Der Verfolger (Frederick Starks – Band #2)

Manchmal wiederholt sich Geschichte, fragt nach beim Psychoanalytiker Frederick Starks. Vor fünf Jahren hat er Mr R oder Rumpelstilzchen oder Zimmerman – sucht euch einen Namen aus – getötet und nun steht Mr Rs scheinbares Phantom in seiner Praxis, hält ihm eine Pistole an die Brust und zeigt ihm ein Video. Darin sieht er eine Altbekannte: die Schauspielerin und Schwester von Mr R auf einer Theaterbühne. Plötzlich wird ihr souffliert „Töte deinen Bruder“. Mr Rs Bruder, den Ricky Starks nur unter dem Namen Merlin kennt, soll getötet werden. Von wem auch immer, von Ricky oder dem Mörder aus dem Video; wenn sich Merlin selbst richtet, ist es auch okay. Das kann Starks eigentlich nur recht sein, nachdem, was sie, Merlin und seine Schwester, ihm vor fünf Jahren angetan haben. Doch er soll den zukünftigen Mörder finden und töten, andererseits wird Ricky getötet … 

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[Rezension] Michael Robotham: Die andere Frau (O’Loughlin/Ruiz – Band #11)

Joe O‘Loughlins Vater liegt im Koma, nachdem er zusammengeschlagen wurde. Seine Mutter lässt ihn von einer Krankenschwester kontaktieren, doch als er ins Krankenhaus kommt, sitzt nicht seine Mutter am Bett seines Vaters. Als er sie fragt, wer sie sei, antwort sie, dass sie die andere Frau seines Vaters sei. Joe ist konsterniert, verwirrt. Was bedeutet das? Die andere Frau führt weiter aus, erzählt, dass sie verheiratet seien – doch William O‘Loughlin ist kein Bigamist. Er war Joe vielleicht ein schlechter Vater, der nie einen richtigen Draht zu seinem Sohn hatte, aber er war vorhersehbar, berechenbar – und eine zweite Frau hat da keinen Platz. Oder? Joe macht sich nicht nur auf die Suche nach dem Täter, sondern lernt seinen Vater von einer ganz anderen Seite kennen – einer Seite, die er ihm nie zugetraut hätte … Weiterlesen

[Rezension] Tammy Cohen: Heute wirst du sterben

Hannah ist eine erfüllte Frau – eigentlich. Sie arbeitet im Verlagswesen, hat einen Ehemann, den sie eigentlich hassen müsste und eine Schwester, mit der sie zerstritten ist. Heute sitzt sie in der Psychiatrie, ihr Mann hasst sie, mit ihrer Schwester redet sie weniger als zuvor und anstatt im Verlagswesen zu arbeiten, malt sie jetzt Malbücher für Erwachsene aus – ihr Leben ist ein einziger Trümmerhaufen. Das Leben ihrer gesamten Familie ist ein Trümmerhaufen, woran sie nicht unschuldig ist. Doch in den acht Wochen, in der sie schon in der psychiatrischen Klinik ist, sind bereits zwei Frauen gestorben. Selbstmord heißt es offiziell – sie hat den Verdacht, dass es Mord war. Doch als sie diesen Verdacht laut äußert, manövriert sie sich selbst in Gefahr … Weiterlesen