[Rezension] Romy Hausmann: Marta schläft

Nadja wünscht sich so sehr mehr Aufmerksamkeit von Laura. Früher waren sie Freundinnen, dann hat sie Gero geheiratet. Gero van Hoven, ihren und Nadjas Chef. Staatsanwalt. Erfolgreich. Und was hat Nadja? Nur ihre Vergangenheit, die düsterer nicht sein könnte. So düster, dass sie ihre Auswirkungen noch heute spürt. Und dann kommt tatsächlich der Tag, an dem Laura Nadjas Hilfe braucht. Nadja springt sofort, will helfen – und dann steht sie vor einer Leiche und einer Menge Blut. Egal, sie nimmt die Zügel in die Hand, entwirft einen Plan. Ab mit der Leiche ins Auto und irgendwo hinbringen. Irgendwo, wo Gero bereits wartet – warum? Wie kann er Bescheid wissen? Er packt sie, sperrt sie in ein Zimmer und bereitet ein tödliches Tribunal vor  …


Bereits Romy Hausmanns erster Thriller hat mich angelacht. Nicht unbedingt wegen des Inhalts, sondern primär wegen des Covers. Diese Schlichtheit ist catchy, und findet sich auch bei ihrem neuesten Werk wieder. Obwohl sich die beiden Covers so ähneln, dass man meinen könnte, die beiden Bücher hingen zusammen, muss ich dementieren – beides sind eigenständige Bücher. Und das ist gut so. Oder auch nicht.

Nadja wacht in einer Tankstelle auf; mit einem Cut auf der Stirn. Sie dachte, sie wäre eine Klippe hinabgestürzt – aber so kompliziert ist es dann doch nicht. Aufstehen, alle Versuche, sie in ein Spital zu bringen, abwehren, und weiterfahren. Die Perücke nicht vergessen, die ihr vom Kopf gerutscht ist. Und weiter geht die Fahrt. Mit Leiche im Kofferraum. Laura wird auch bald beim angestrebten Ziel sein. Aber dort angekommen, wartet die gebürtige Polin vergebens auf sie.

In einem zweiten Erzählstrang lernen wir Nelly kennen. Und mit ihr beginnt auch das Verderben im doppelten Sinn, denn einerseits stirbt sie und zweitens ist sie für die Geschichte so irrelevant, dass ich sie fünfzig Seiten vorm Ende des Buches, als ich begonnen habe, diese Rezension zu schreiben, längst vergessen habe. In meinen Notizen steht noch, dass sie mit ihrem Großvater immer Schwarz-Weiß-Filme geschaut hat — geschenkt.

Insgesamt gibt es drei Erzählstränge, die irgendwann verschwimmen. Die Erzählweise ist komplizierter als nötig – mehr Feuilleton als Hollywood. Als einfacher Mensch ist mir Hollywood doch lieber, obwohl ich alles andere als Cineast bin. Hausmann hat zwar einen flotten Schreibstil, und ich war auch recht schnell durch, aber insgesamt war mir „Marta schläft“ zu verkopft. Auch habe ich nicht ganz verstanden, warum Hausmann irgendwann das Rotlichtmilieu in die Geschichte mit einbaut. Vielleicht um der Geschichte einen verruchten Touch zu verpassen. Na ja.

Ich habe mir das Buch übrigens wegen eines Podcast-Interviews mit Romy Hausmann geholt, in dem sie mir sehr sympathisch und vor allem authentisch vorkam. Sie hat dabei auch über den Schreibprozess ihres ersten Psychothrillers — „Liebes Kind“ — erzählt, wo sie sich tagelang nicht gewaschen hat, um den Schreibfluss nicht zu unterbrechen — diese Offenheit hat mir imponiert. Dennoch wird „Marta schläft“ vermutlich das einzige Buch gewesen sein, das ich von ihr gelesen habe.

Daten zum Buch 

Autor: Romy Hausmann
Titel: Marta schläft
Seiten: 400
Kapitel: 73 (+ Epilog)
Erschienen am: 24. April 2020
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423262507
Preis Print: 16,90 Euro
Preis Digital: 14,99 Euro
(Preise können abweichen)

[Rezension] Claire Douglas: Vergessen – Nur du kennst das Geheimnis

Kirsty hat den Traum, ein Gästehaus zu führen, also kauft sie sich kurzerhand ein altes Haus in Wales. Doch dann kommt Selena, ihre Cousine, mit der sie sich früher gut verstanden hat. Sie waren fast wie Schwestern – bis ein Vorfall Misstrauen gesät hat. Kirsty ging weg und studierte, Selena hat sie nie wieder gesehen. Hat sie sich verändert oder lügt sie immer noch so schamlos wie damals? Sie ist eine liebende Mutter geworden, kümmert sich rührend um ihre behinderte Tochter. Sie ist von ihrem Mann Nigel geflüchtet, er sei ihr gegenüber gewalttätig, sie müsse weg. Behauptet sie. Als dann Dean auch noch kommt, mit dem Selena früher eine Beziehung hatte, kommt Spannung auf. Kirsty mag ihn nicht, traut ihm nicht mit seinem schelmischen Grinsen, das nie bis zu seinen Augen reicht. Dann beginnt es: welke Blumen liegen vor der Tür, ein Strick hängt eines Tages an der Decke, und dann liegt  plötzlich jemand tot am Fuß der Treppe. Ist dieses Haus verflucht …?


Das dritte Buch von Claire Douglas erschien im April, und ich hätte es fast übersehen. Erst im Mai hab ich mir ihren neuesten Psychothriller geholt, dann lag er noch ein paar Wochen herum, aber dann habe ich mich ins „Vergessen“ gestürzt – ein Titel, der auch als Demenz-Ratgeber funktionieren könnte. Mit Demenz hat dieses Werk aber nichts am Hut; genau genommen auch nichts mit dem Vergessen.

Kirsty hat sich gemeinsam mit ihrer Mutter Carol ein altes Pfarrhaus gekauft und will ihren Traum von einem Gästehaus, einer Pension, verwirklichen. Generell ist es ein guter Zeitpunkt für einen Neuanfang, denn ihr Mann Adrian hat vor einem Jahr versucht, sich das Leben zu nehmen. Ein guter Anlass also für einen Tapetenwechsel. Nach seinem Zusammenbruch versucht sich der ehemalige Rechtsanwalt als Autor – ein Thriller soll es werden. Die Kinder – Evie und Amelia – müssen mit. Dass keine der beiden damit glücklich ist, ist wurscht – mitgehangen, mitgefangen. Und dann kommt auch noch Selena, Kirstys Cousine, mit ihrem Kind – aber dem nicht genug, denn Kirstys Halbbruder und der Ex von Selena checken ebenfalls ein. Das Geschäft brummt, aber mein erster Gedanke war: Solche Familientreffen gehen selten gut – tut es auch hier nicht.

Vor der Leiche kommt der Grusel, denn nicht nur liegt das Pfarrhaus – logischerweise – neben einem Friedhof, sondern es taucht auch eine sonderbare Puppe auf, in die sich Evie – die jüngere der beiden Töchter – sofort schockverliebt. Dass sich dann auch noch ein Gast als Esotante entpuppt, die etwas von schlechter Energie daherbrabbelt, macht die Gänsehaut-Atmosphäre perfekt. Wir finden also gleich mehrere Genres im 464 Seiten starken Buch – später kommt noch ein Whodunit-Aspekt dazu. Denn natürlich ist die Hauptfrage des Thrillers: Wer hat wen die Treppe hinuntergestoßen? Denn dass es ein Unfall war, wird schnell von der Polizei ausgeschlossen. Da ist auch die Leserschaft eingeladen, mitzuraten – als Preis winkt nichts Geringeres als … okay, es gibt nichts. Aber davon immerhin viel.

Das Buch wird in ein Davor und ein Danach geteilt – vor dem Tod und danach. Hier zählen wir jeweils die Tage. Der Prolog bietet dabei ein schönes Foreshadowing, in dem der vermeintliche Unfall schon mal grob skizziert wird. Später lesen wir dieselbe Szene noch mal, nur erfahren wir dann erst, wer das Opfer ist.

Auch wenn die Geschichte etwas braucht, um in die Gänge zu kommen, entwickelt sich das Buch irgendwann zu einem richtigen Pageturner. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Seiten in so wenig Zeit gelesen. Trotzdem bietet „Vergessen“ einen gewissen Tiefgang, Douglas behandelt nämlich ein paar sehr interessante Themen.

Die größte Schwäche sind allerdings die Charaktere, die leider kaum Tiefe bieten, teilweise konnte ich sie nicht mal auseinanderhalten, weil sie sich so ähnlich sind. Auch empfand ich Kirsty als irrsinnig schwachen Charakter und für den Beruf als Pensionsbesitzerin eigentlich ungeeignet. Sie schafft es nicht einmal, einer Gästin zu sagen, dass ihr Hund nicht hierbleiben darf. Abgesehen davon lässt sie ihren Asthmaspray immer irgendwo liegen (das hat zwar auch andere Gründe, aber zumindest gegen Ende fallen diese weg). Ich wurde auch auf dem Buchtitel nicht wirklich schlau, denn mit dem Inhalt hat er recht wenig zu tun.

Gruselfans schlagen zu, aber alles in allem fand ich, dass „Vergessen“ bis dato das schwächste Buch von Claire Douglas ist.

Daten zum Buch 

Autor: Claire Douglas
Titel: VERGESSEN – Nur du kennst das Geheimnis
Originaltitel: Do Not Disturb: Be Careful who You Let Inside
Übersetzung: Ivana Marinović
Seiten: 464
Kapitel: 40
Erschienen am: 27. April 2020
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10546-6
Preis Print: 13 Euro
Preis Digital: 9,99 Euro
(Preise können abweichen)

[Rezension] Greer Hendricks / Sarah Pekkanen: Die Frau ohne Namen

Jessica schminkt gerade zwei Mädels, die heute Abend noch Party machen wollen, als die zwei von einer Studie sprechen, die eine von ihnen besuchen soll. Doch sie wird dort nicht erscheinen, weil wer kann schon um 8 in der Früh zu irgendeinem Termin, wenn er die Nacht zuvor Party gemacht hat? Dass sie dafür 500 Dollar bekommt, ist der einen egal – nicht so Jessica, die das Geld gut gebrauchen kann. Also abgewartet bis beide im Badezimmer sind, ins Handy der einen gespäht und – zack – am nächsten Tag 500 Dollar eingesackt. Aber kann es so einfach sein? Zunächst schon, denn aus der scheinbar anonymen Fragestunde am PC wird eine Befragung von Angesicht zu Angesicht – und sogar dabei klingelt Jessicas Kasse. Irgendwann muss Jessica einen Test machen – fast schon eine Mutprobe –, bei dem sie einen verheirateten Mann ansprechen und mit ihm flirten soll. Hier beginnt Jessica zu hinterfragen, wie weit diese Studie geht – und ob es überhaupt noch zur Studie gehört …


Das Duo Hendricks/Pekkanen hat sich mit ihrem Debüt „The Wife Between Us“ direkt auf meine imaginäre must-read-Liste geschrieben, was bedeutet, dass ich jedes Buch von ihnen blind kaufen würde. Dieses spannende Buch mit dem WTF-Moment am Ende des ersten Teils wird mir vermutlich immer in guter Erinnerung bleiben. Letztens kam der von mir lange erwartete zweite Thriller mit einem Thema, das es in sich hat.

Jessica ist Ende 20, Kosmetikerin und konstant knapp bei Kasse. Für eine Schminkeinheit bekommt sie 50 Dollar, was an sich nicht wenig ist – wenn man in New York lebt und die Lebenshaltungskosten berücksichtigt, kann man sich aber vermutlich nicht mehr leisten, als ein Apartment, in dem sich überspitzt formuliert innerhalb eines Radius von einem Meter Küche und Klo befinden. Jessica schleicht sich in eine Studie ein, für die sie einmalig 500 Dollar bekommt. Die Studie befasst sich mit Ethik und Moral, wo wir recht schnell zur Frage „Was würdest du alles für Geld tun?“ kommen – und Geld braucht Jessica dringend. Nicht nur für sich, sondern auch für ihre Familie. Sie ist ein gefundenes Fressen für Dr. Shields, jene Psychiaterin, die die Studie betreut.

Es lässt tief blicken, wenn man liest, wie sich Jessica in die Studie von Dr. Shields einschleicht. Solch Chuzpe würden wohl die wenigsten an den Tag legen. Aber sie benötigt das Geld, denn ihre Familie droht, um ihren alljährlichen Florida-Urlaub umzufallen, da ihr Vater gerade seinen Job verloren hat. Und Leo, Jessicas Hund, muss auch versorgt werden – wobei man schon hinterfragen kann, warum man sich in einer Stadt wie New York einen Hund anschafft, noch dazu, wenn man in einer Schuhschachtel wohnt.

Man ist ziemlich schnell in der Geschichte drin, mich hatte sie tatsächlich innerhalb weniger Seiten. Und von einer Studie landen wir innerhalb kürzester Zeit in einer Therapiestunde, denn man merkt, wie sehr Jessica einen Menschen gesucht hat, dem sie sich öffnen kann – denn nicht wenige Dinge belasten die junge Frau mit Hang zu One-Night-Stands.

Neben der Kapitel, die aus der Sicht Jessicas erzählen, erleben wir auch die Sicht von Dr. Shields, die eine Koryphäe auf ihrem Gebiet zu sein scheint – zumindest drückt das ihr Reichtum aus, den sie zweifelsohne hat. Die Studie wird irgendwann eher nicht mehr mit Forschungsgeldern bezahlt, denn sie dient höchst-privaten Zwecken. Dr. Shields‘ Erzählstrang nimmt eher eine Beobachterrolle ein. Die Psychiaterin erzählt in ihren Kapitel aus der Du-Perspektive und meint mit Du ihre Klientin Jessica – zeitweilig erzählt sie aber auch aus der ersten Person, was sich aber keineswegs mit dem Strang Jessicas beißt, der ebenfalls aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Schreibstile der beiden unterscheiden sich grundlegend und es wirkt fast so, als hätten die Autorinnen diese den Milieus der beiden Charaktere angepasst.

Dieser Psychothriller macht Spaß, ist spannend und zu einem guten Teil auch atmosphärisch. Die beiden Hauptcharaktere sind interessant und man will mehr über sie erfahren. Was der Spannung etwas abträglich ist, ist die Tatsache, das relativ schnell klar ist, wer hier welche Rolle einnimmt, auch jeglicher größere Plot-Twist bleibt aus – von solchen wie in „The Wife Between Us“ ganz zu schweigen. Am Ende wartet nicht nur eine, nicht nur zwei, sondern gleich drei Danksagungen. Wer danach noch mehr von Hendricks und Pekkanen lesen will, kann in den Vorgänger reinlesen.

Daten zum Buch 

Autor: Greer Hendricks & Sarah Pekkanen
Titel: Die Frau ohne Namen
Originaltitel: An Anonymous Girl
Übersetzung: Alice Jakubeit
Seiten: 465
Kapitel: 69 (+ Epilog)
Erschienen am: 24. März 2020
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499001444
Preis Print: 16 Euro
Preis Digital: 9,99 Euro
(Preise können abweichen)

[Rezension] Vincent Kliesch / Sebastian Fitzek: Die Frequenz des Todes (Jula und Hegel – Band #2)

Cecile ist glücklich mit Jonathan verheiratet, das Glück vollkommen hat ihre gemeinsames Kind Selma, die gerade mal ein paar Wochen alt ist. Jonathan ist Psychiater und vor ein paar Monaten von seiner hauseigenen Praxis im Dachgeschoss ins Souterrain gezogen; das Dach hat er zu einem Kinderzimmer für Selma umgebaut – glaubt zumindest Cecile. Eines Tages wundert sie sich, warum Selma keinen Ton von sich – seltsam, sonst hört man immer etwas von ihr, selbst wenn sie schläft. Als sie in die Wiege blickt, ist da nichts außer Blut. Ein Schock! Wo ist Selma? Sie muss Hilfe rufen, so schnell wie möglich! Also schnappt sie sich Jonathans iPhone und ruft die Feuerwehr, doch ihr Mann reißt ihr das Smartphone aus der Hand und sperrt Cecile oben im Dach ein. Cecile erkennt, dass das Zimmer keineswegs für Selma bestimmt war – es war als Gefängnis für Cecile gedacht …


Endlich ist er da, der von mir heiß erwartete zweite Teil der Auris-Reihe. Was darin passiert, war mir, bevor ich begonnen habe, es zu lesen, eigentlich herzlich egal. Den Klappentext habe ich maximal überflogen. Vincent Kliesch bedeutet high quality – aber irgendwie war in „Die Frequenz des Todes“ der Wurm drin.

Als Protagonistin agiert auch im zweiten Teil wieder die True-Crime-Podcasterin Jula, und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Kliesch und Fitzek dieser Art von Podcast zu ungeahnter Popularität verholfen haben – seitdem schießen True-Crime-Podcasts wie Pilze aus dem Boden. Jula ist nach wie vor dabei, das Geheimnis ihres Bruders zu lösen – offiziell ist er tot, am Ende von „Auris“ haben wir allerdings anderes erfahren. Um mehr über den Verbleib von Moritz zu erfahren, muss sie nach wie vor nach Matthias Hegels Pfeife tanzen und soll nachforschen, wo Ceciles Baby hingekommen ist – und das macht sie natürlich bereitwillig.

Eine weitere prägende Rolle spielt Jonathan Dorm, der anfangs einen ziemlich gewieften Eindruck macht, als er einen Polizisten, der zur Psychotherapie verdonnert wurde, zu einem Boxduell herausfordert. Wenn der Polizist Dorm einen Schlag versetzen kann, kann er mit der Therapie aufhören. Allerdings weiß man bei Dorm zunächst nicht, woran man als Leser ist. Er weist so viele Facetten auf, dass man meinen könnte, er sei selbst Opfer einer gespaltenen Persönlichkeit und damit geeigneter Patient für einen Kollegen seiner Zunft. Und das macht ihn interessant.

Wie so viele Fitzeks spielt auch „Die Frequenz des Todes“ in Berlin – klar, Fitzek ist nicht der Autor, aber er hat an dem Buch, wie schon an „Auris“, mitgewirkt. Und Vincent Kliesch ist ja ebenfalls Berliner. Wer mehr über die Schauplätze von Fitzeks Berlin erfahren möchte findet einen spannenden Beitrag darüber im Magazin von Audible.

„Die Frequenz des Todes“ ist abwechslungsreich, aber irgendwie fehlt mir der Flow etwas. Es ist zwar spannend und wenn es darum geht, dass Matthias Hegel anfängt, über Phonetik zu referieren, wird es – trotz trockener Theorie – auch interessant, aber ich vermisse das Verspielte, das Gewitzte, das man aus Klieschs früheren Reihen kennt. Auch den Titel des Buches kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn das „Frequenz“ im Titel deutet natürlich einerseits auf die Phonetik hin, aber man könnte es auch so deuten, dass im Buch reihenweise Menschen getötet werden – dem ist nicht so. In Teilen wirkt das Buch wie lieblos hingeklatschte Auftragsarbeit, der jegliche Atmosphäre wie auch Tiefe in der Story fehlt. Erst in den letzten hundert Seiten habe ich eine gewisse Rasanz, die man von Kliesch kennt, vernommen.

Trotz der Rasanz hat es auf mich dennoch etwas kurios gewirkt, dass Jula gegen Ende, als es gerade um Leben und Tod geht, tatsächlich noch Zeit findet, eine längere Sprachnotiz für ihren Podcast aufzunehmen – das ist alles, nur nicht realistisch. Vielleicht schneidet das Hörspiel, das parallel bei Audible erscheint, ja besser ab, aber das Buch war jetzt eher semi. Und dennoch werde ich vermutlich auch den dritten Teil lesen. Mal schauen.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Audible.

Daten zum Buch 

Autor: Vincent Kliesch
Idee: Sebastian Fitzek
Titel: Die Frequenz des Todes
Seiten: 352
Kapitel: 63
Erschienen am: 4. Mai 2020
Verlag: Droemer TB
ISBN: 978-3426307601
Preis Print: 12,99 Euro
Preis Digital: 9,99 Euro
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Rezensionsexemplar

[Rezension] Megan Goldin: The Escape Game – Wer wird überleben?

Vier Menschen, ein Aufzug, kein Entkommen. Vincent ruft sein Team zu einer Teambuildingmaßnahme. Die vier Wall-Street-Banker – Sylvia, Sam, Jules und er selbst – müssen innerhalb einer Stunde versuchen, mithilfe von Rätseln, die sie lösen müssen, aus dem Aufzug zu kommen – der klassische Escaperoom. Die ersten Rätsel sind einfach, die vier sind optimistisch, der klaustrophobischen Atmosphäre bald zu entkommen. Doch dann geht das Licht aus, die Temperatur steigt, und die Stimmung schlägt um. Nach einer Stunde erkennen die vier Banker, dass das kein Spiel ist, sondern eine tödliche Falle …


Für die meisten von uns sind Zahlen ein Buch mit sieben Siegeln, Mathe ein Graus und die Bankenwelt undurchschaubar. Eine Welt, die von alten weißen Männern in Einreihern dominiert wird. Genau dieses Bild zeichnet auch Megan Goldin in ihrem neuestem Thriller, in dem die Wall Street mit all ihren Wirren die Hauptrolle spielt.

Sara Hall ist Teil der Wall Street, sie hat einen der begehrten Arbeitsplätze im Epizentrum der Weltwirtschaft ergattert. Sie wollte ursprünglich Medizin studieren, um ihrem Vater, der sein halbes Leben gesundheitliche Probleme hat, sein Leben voller Arztrechnungen zu erleichtern. Doch das Studium dauert zu lange, und da ihre Mutter plötzlich auch Probleme bekommt und das Geld hinten und vorne nicht mehr reicht, studiert sie Wirtschaftswissenschaften und BWL und heuert an der Wall Street an. Das erste Vorstellungsgespräch ist gelinde gesagt eine Katastrophe, der Personalchef ein sexistisches Arschloch, der nur versucht, seine Quote zu erfüllen. Am Heimweg trifft sie dann Vincent von Stanhope – dem begehrtesten Unternehmen an der Wall Street. Er leitet dort ein Team aus fünf Leuten, Sylvia, Sam, Jules, Lucy und jetzt auch Sara. Sara verdient jetzt richtig viel Geld, reist um die Welt – sie ist eine gemachte Frau. Doch der Preis ist hoch, genau wie der Druck. Freizeit wird zur Mangelware.

Megan Goldin zeichnet ein sehr klares Bild der Wall Street: androzentristisch, geldgeil, sexistisch. Eine Welt, in der auf Vitamin B gesetzt und auf den Gender Pay Gap geschissen wird. Sie bestätigt damit alle Klischees, die wir von der freien Wirtschaft kennen. Und dann – ach ja, da war ja noch was – ist da noch der Thriller. Ein Thriller, der zunächst an alle Dan Browns erinnert – eine Schnitzeljagd ohne Jagd. Und ohne – sind wir ehrlich – Schnitzel. Denn die Rätselrallye endet in einem Gemetzel, das verrät uns schon der Prolog.

Zwischen der Kapitel im Lift lesen wir immer wieder über Sara Hall in der ersten Person. Wir lesen über ihr Leben und ihrem Werdegang. Neben Sara, Sylvia, Sam, Jules und Vincent lernen wir auch noch Lucy kennen. Sie ist Analystin und hat Asperger – einer Form von Autismus. Und das fand ich interessant, denn auch JP Delaney thematisiert Autismus in seinem aktuellen Buch „Tot bist du perfekt“ sehr stark. Ich frage mich öfter, ob es im Internet ein Bestseller-Forum gibt, in dem sich Autoren über die Themen beraten, die sie in ihren Büchern besprechen wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass in aktuellen und mittlerweile nicht mehr so aktuellen Büchern dieselben Themen von verschiedenen Autoren in Szene gesetzt werden.

„The Escape Game“ ist aber nicht nur interessant, sondern auch verdammt spannend. Als Leser will man nicht nur wissen, ob es die vier aus dem Lift schaffen, sondern auch, was dahintersteckt. Ein lesenswertes Buch.

Daten zum Buch 

Autor: Megan Goldin
Titel: The Escape Game – Wer wird überleben?*
Originaltitel: The Escape Game
Übersetzung: Elvira Willems
Seiten: 432
Kapitel: 51
Erschienen am: 2. März 2020
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492314794
Preis Print: 8 Euro
Preis Digital: 8,99 Euro
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[Rezension] Elizabeth Kay: Sieben Lügen

Mit einer Notlüge beginnt es, dem folgen weitere Lügen und ein Mord. Jane mag ihre beste Freundin Marnie – deren Freund allerdings nicht. Jeden Freitag ist sie bei den Zweien zum Essen eingeladen – manchmal kommt sie mit Begleitung, manchmal ohne. Seit sie ihren Ehemann Jonathan bei einem tragischen Autounfall verloren hat, findet sie keinen festen Freund mehr, weshalb sie sich an Marnie klammert. Doch da ist ihr Freund Charles, der sich zwischen sie drängt – also muss er weg. Doch da hat sie die Rechnung ohne Valerie gemacht. Valerie ist Journalistin und betreibt einen reißerischen Blog, um ihre Karriere voranzutreiben – sie stürzt sich auf Charles‘ Tod und kommt Janes Geheimnis immer näher …


Jeder von uns lügt, bewusst oder unbewusst, das kann keiner abstreiten. Elizabeth Kay hat ein Buch übers Lügen geschrieben, das mit einer Notlüge beginnt und weitere, immer größere Lügen nach sich zieht. Es geht aber auch um Freundschaft, und wie man Freundschaften interpretiert.

Jane und Marnie kennen sich seit achtzehn Jahren, sie lernten sich kennen, als beide elf waren, studierten gemeinsam und lebten zusammen. Bis Jane Jonathan kennenlernte und von heute auf morgen mit ihm zusammenzog. Jane arbeitet bei einem Online-Versandhandel und Marnie ist Videobloggerin. Sie kocht, backt und dreht Videos darüber. Janes Mutter ist dement und ihre Schwester dürfte magersüchtig sein – genau wird das aber nie erwähnt, und ich kenne mich in dem Metier zu wenig – eigentlich gar nicht – aus, um da eine Diagnose zu treffen. Im Prinzip hat Jane außer Marnie niemanden und sie zeigt auch keine Ambitionen, das zu ändern. Eher das Gegenteil ist der Fall, wie man am Beispiel Charles sieht.

„Sieben Lügen“ ist ein Monolog über sieben Lügen, die die Protagonistin – oder ist sie eher eine Antagonistin? – einem anderen Subjekt oder Objekt erzählt. Wem sie es erzählt, kann man nur mutmaßen – ist es ihr Anwalt, ein Stoffteddy oder ihre demente Mutter? –, es kommt erst am Ende heraus. Auch wenn die Geschichte dann nicht mehr zu hundert Prozent stimmig ist, was die Erzählweise betrifft.

Die Geschichte ist definitiv interessant, aber einen Spannungsbogen sucht man lange, denn außer, dass man wissen will, wem sie diesen ellenlangen Monolog erzählt, ist da zunächst nichts. Man muss schon um die 200 Seiten lesen, bis Kay dann doch eine Idee kommt, um etwas Spannung reinzubringen – warum sie diese irgendwann aber doch wieder verwirft, hab ich nicht ganz verstanden. Generell ist das Ende relativ offen, was mich dann etwas unbefriedigt zurückgelassen hat.

Was mich leider maßlos aufgeregt hat, waren allerdings die vielen Apostrophfehler, für die weniger die Autorin etwas kann, dafür umso mehr der Übersetzer Rainer Schumacher. Ich bin beileibe kein Grammar Nazi, ich könnte euch nicht mal die Grammatikregeln erklären, ich war in der Schule so schlecht in Deutsch, dass ich regelmäßig fast sitzen geblieben wäre. Irgendwann habe ich ein Gefühl für Grammatik entwickelt und beherrsche zumindest drei Dinge perfekt: die das-/dass-Schreibung, die Beistrich-, und die Apostrophsetzung. Man muss aber nicht mal Perfektionist sein, um zu wissen, dass man bei Namen mit einem S am Ende – wie eben jener von Charles – nicht jegliches Apostroph ignorieren kann. Zum Beispiel bei „Charles‘ Schwester“ oder „Charles‘ Kasten“. Leider fällt mir genau das aber in den letzten Jahren immer öfter auf – egal ob in Büchern oder Qualitätszeitungen.

Das kann man penibel nennen, aber solche Fehler kann ich nicht ignorieren, weshalb sie mir ein sonst solides Buch leider etwas madig gemacht haben.

Daten zum Buch 

Autor: Elizabeth Kay
Titel: Sieben Lügen *
Originaltitel: Seven Lies
Übersetzung: Rainer Schumacher
Seiten: 384
Kapitel: 46
Erschienen am: 28. Februar 2020
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3785726693
Preis Print: 15 Euro
Preis Digital: 6,99 Euro
(Preise können abweichen)

 

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[Rezension] Michael Robotham: Schweige still (Cyrus Haven – Band #1)

Cyrus Haven ist Psychologe und soll sich einen Langzeitpatienten in einer psychiatrischen Einrichtung ansehen. Evie ist seit sechs Jahren dort, keiner weiß, wie ihr richtiger Name ist und wie alt sie wirklich ist – und was genau ihr eigentlich zugestoßen ist, denn über all das spricht sie nicht. Cyrus wird gebeten, mit ihr zu sprechen, doch selbst er stößt an seine Grenzen.
Außerdem arbeitet er an einem anderen Fall, denn ein 15-jähriges Mädchen wurde getötet – ein Täter wird schnell gefunden, doch die Ermittler sind unsicher, ob der mutmaßliche Täter den Mord begangen hat, obwohl er sogar ein Geständnis abgelegt hat. Cyrus kennt jemanden, der erkennt, ob ein Mensch lügt oder nicht – nämlich Evie …


Ich habe mir eigentlich einiges vorgenommen. Eigentlich wollte ich nicht mehr rezensieren und weniger Krimis und Thriller lesen, wollte auch den neuen Robotham zumindest vorerst nicht lesen. Das hielt an, bis ich einen Tweet über das Buch gelesen habe. Interessantes Konzept und interessante Charaktere stand da – der Tweet nagte einige Tage an mir, doch dann war die Neugier zu groß. Und während ich las und nicht mehr damit aufhören konnte, stieg die Lust, ein paar Zeilen über das Buch zu verlieren.

Das Konzept von „Schweige still“ ist ein irrsinnig interessantes, und die Charaktere sind noch interessanter. Das Konzept sieht folgendermaßen aus: Wir haben eine Rahmenhandlung, die sich über die gesamte Cyrus-Haven-Reihe zieht, darin geht es um Evie. Evie ist eine junge Frau, die – so nimmt man es an – entführt, festgehalten und sexuell missbraucht wurde. Das Modell Natascha Kampusch quasi. Jetzt sitzt sie seit sechs Jahren in der psychiatrischen Anstalt, keiner weiß, wie sie heißt, wie alt sie ist und was tatsächlich ihre Geschichte ist; möglicherweise weiß Robotham es selbst noch nicht. Evie ist aufsässig und willensstark, bei Pflegefamilien hat sie es nicht ausgehalten, die psychiatrische Klinik ist nur marginal besser. Evie ist mit Abstand der interessanteste Charakter im ersten Teil der Reihe, man will mehr von ihr lesen und erfahren.

Und Cyrus? Auch er hat seine Geschichte – seine Familie wurde ausgelöscht, als er dreizehn war. Nicht von irgendeinem Serienkiller, nicht von einem Attentäter und auch nicht von einer Naturkatastrophe, sondern von seinem Bruder – BAM, das sitzt. Aber scheinbar hat er das gut weggesteckt, er hat ein paar Macken, beispielsweise besitzt er kein Telefon – weder Handy noch Festnetz –, aber einen erkennbar psychischen Knacks hat er nicht, was mir dann doch etwas unglaubwürdig vorkommt, aber vielleicht kristallisiert sich hier in den folgenden Teilen ja noch etwas heraus. Insgesamt hat mich Haven aber dann doch etwas zu sehr an Joe O‘loughlin erinnert, jenem Protagonisten aus Robothams zweiter Reihe. Am Ende des Buches erfährt man auch, warum das so ist.

Neben der Rahmenhandlung gibt es dann noch eine Binnenhandlung, und die ist dann doch eher more of the same. Totes Mädel, Ermittlung, Rätselraten. Alles schon gesehen. Klar, gut zu lesen ist auch das und langweilig wirds auch hier nicht, aber im Prinzip sind wir hier eben doch wieder bei Joe O‘loughlin. Mir war der Handlungsstrang rund um Evie dann doch lieber und ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht. Auch, ob Robotham wieder einen Mordfall mit einbaut oder ob er sich etwas anderes einfallen lässt. Ich hoffe auf zweiteres.

Insgesamt ist „Schweige still“ aber ein Reihenauftakt mit Potenzial.

Daten zum Buch 

Autor: Michael Robotham
Titel: Schweige still
Originaltitel: Good Girl, Bad Girl
Übersetzung: Kristian Lutze
Seiten: 512
Erschienen am: 27. Dezember 2019
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31505-5
Preis Print: 15,90 Euro
Preis Digital: 12,99 Euro
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[Rezension] Simon Lelic: Liar’s Room – ZWEI LÜGNER, EIN RAUM, KEIN ENTKOMMEN

Susanna ist Psychotherapeutin und empfängt einen neuen Klienten. Sie schätzt ihn auf ungefähr 19 und er gefällt ihr, sie findet ihn attraktiv. Er ist schüchtern und wirkt anfangs unsicher. Irgendwann fasst er schließlich Mut und erzählt ihr, dass er ein Mädchen kennengelernt hat, sie ist etwas jünger als er und er beschreibt sie als wunderschön. Doch er hat Angst – davor, ihr wehzutun. Er erzählt ihr von seiner Kindheit, davon wie ihm immer wehgetan wurde – nicht aktiv, aber sein Vater hat auch nicht eingegriffen, wenn er von anderen verprügelt wurde. Er hasst seinen Vater deshalb; seine Mutter hat er verloren, als er fünf war. Nun hat er eben dieses Mädchen kennengelernt, von der er jetzt ein Foto aus der Tasche zieht – darauf Susannas Tochter Emily. Adam, Susannas Klient, hat sie gefangen genommen – um sie freizubekommen, muss sich Susanna mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Einer Vergangenheit, die sie verdrängt hat  … Weiterlesen

[Rezension] Arno Strobel: Offline – Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.

Zehn Menschen wollen abschalten. Offline gehen. Sie geben ihr Smartphone ab und verschanzen sich auf einer Skihütte. Das klingt idyllisch. Vielleicht ein Abend vor einem Kaminfeuer, ein gutes Buch in der Hand und ein Gläschen Wein am Tisch. Oder ein paar Schwünge auf Skiern unter blauem Himmel und Sonnenschein. Richtig abschalten eben. Doch die zehn haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn der hat die Worte „nicht erreichbar sein“ offenbar anders interpretiert, denn an einem Morgen erscheint Thomas plötzlich nicht mehr beim Frühstück. Ausgerechnet Thomas, der sich am Abend davor noch gefragt hat, wie er es ohne Smartphone aushalten soll. Als er schließlich von seinen Mitreisenden gefunden wird, ist er tatsächlich offline – im wahrstem Sinne nicht erreichbar. Und er wird nicht der einzige bleiben, denn die Hütte ist zugeschneit – es gibt kein rein und kein raus … Weiterlesen

[Rezension] Camilla Way: Das Böse in ihr

Eines abends kommt Luke nicht mehr heim. Vielleicht liegt er irgendwo herum und nücĥtert sich aus, denn Luke feiert gerne und exzessiv. Luke ist ein Lebemann, der es liebt, im Mittelpunkt zu stehen. Doch Clara denkt nicht, dass er irgendwo seinen Rausch ausschläft, sie macht sich Sorgen und diese werden immer größer. Lukes Handy liegt daheim, er hat vergessen, es zur Arbeit mitzunehmen. Auch sein bester Freund Mac hat keine Ahnung, wo er ist. Die Polizei nimmt sich der Sache zwar an, Clara und Mac fangen aber auch selber an zu suchen, kontaktieren Lukes Eltern und Lukes sonderbaren Bruder Tom. Auch Claras Nachbarin macht sich verdächtig. Und plötzlich meldet sich Emily bei Clara. Emily ist Lukes Schwester, die vor zwanzig Jahren ihre Familie von heute auf morgen verlassen hat. Ist ihr Luke gefolgt …? Weiterlesen