[Rezension] Alex Beer: Der dunkle Bote (August Emmerich – Band 3)

Der düstere Herbst hat Wien im Würgegriff. Und dann geht auch noch ein Mörder um. August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter werden zu einem Tatort gerufen. Das Zimmer, in dem das Opfer gelebt hat, ist blutüberströmt und dem Ermordeten fehlt die Zunge. Warum so brutal, fragen sich Emmerich und Winter. Doch es soll nicht das einzige Opfer des Mörders, der sich selbst als den Antichristen sieht, bleiben. Und dann ist da noch Xaver Koch, der totgeglaubte Mann von Loise. Er misshandelt sie und die drei Kinder, behandelt sie wie den letzten Dreck. Doch er hat Ziele. Politische Ziele. Doch bevor er sich diesen widmet, muss er Emmerich beseitigen  …  Weiterlesen

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[Rezension] Amy Gentry: Wie du mir

Dana Diaz ist Stand-up Comedian, die gerade eine Open-Mic-Tour absolviert. An einem Abend lernt sie Amanda kennen, die ihr sofort ihr Herz ausschüttet. Sie wurde von ihrem Ex-Freund schwer misshandelt und dann noch von ihrem ehemaligen Chef sexuell belästigt. Auch Dana hat solche Erfahrungen, breitet sie aber nicht vor Amanda aus. Die zwei gehen einen Auge-um-Auge-Pakt ein, jeder von den zweien muss den Typen, der der anderen Schaden zugefügt hat, diskreditieren – oder mehr. Irgendwann wird es Dana zu extrem und sie taucht unter, ignoriert Amandas Anrufe und Nachrichten. Doch das ist ein Fehler, denn damit begibt sie sich in akute Gefahr …


Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 3/5
Atmosphäre: 3/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 3/5
Showdown: 4/5

Prolog: Ich hab mir immer vorgenommen, „Good as Gone“ von Amy Gentry zu lesen – dazu gekommen bin ich nie. Nun also der Nachfolger dessen, der gar nichts damit zu tun hat. Mir gefiel das Cover und der Klappentext, Grund genug, das Buch zu lesen. Vor allem das Setting hatte es mir angetan, das klang nicht nach 08/15, das klang nicht nach fünfzehnmal durchgekaut. Tatsächlich ist es dies auch nicht, und so etwas freut mich immer enorm.


 

mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Dana tingelt gerade durch die Clubs, um einen Open-Mic-Abend nach dem anderen zu absolvieren. Open-Mic, das bedeutet, jeder kann kommen und vor einem Publikum auftreten und sein Comedy-Programm testen. Danas Programm fängt bei ihrer Heimatstadt Amarrillo an und endet bei ihren Brüsten – Lacher bekommt sie an dem Abend kaum. Und dennoch zieht sie exakt die gleiche Nummer beim „Funniest Person in Austin“, der Contest, der bald ansteht, durch – muss sie auch, denn sie hat gerade eine Schreibblockade. Nach dem Open-Mic-Abend spricht sie Amanda an und schüttet Dana ihr Herz aus. Nicht ohne Grund, denn sie verfolgt einen Zweck – Rache. Rache an allen Männern, die ihr Schlechtes angetan haben – und davon gibt es bei Dana auch etliche. Also arrangieren sich die beiden und gehen auf Rachefeldzug.

Es sind einige Themen, die in „Wie du mir“ behandelt werden, man weiß nie so wirklich, was wichtig ist, zumal das Ganze auch ziemlich unaufgeregt in der ersten Person erzählt wird und das Erzähltempo nicht das schnellste ist – zumindest in der ersten Hälfte des Buches. Dana ist weder unsympathisch, aber auch nicht sonderlich sympathisch. Sie scheint eine sehr nachdenkliche, bisweilen auch melancholische Person zu sein. Sie denkt oft an Jason zurück, dem Menschen, mit dem sie zwar zusammen gelebt hat, aber nie zusammen war. Sie denkt an dessen Bruder, sie denkt an Neely, dem Typen aus der Comedyszene, sie denkt an Fash, an Kim und ihr kommen oft Pilotfilm-Plot-Ideen, vor allem, seit sie den einen Pitch vergeigt hat. Ihr seht, Amy Gentry hat einiges in das Buch gepackt.

Ist das gut oder schlecht? Das hab ich mich während des Lesens oft gefragt, denn eigentlich hab ich mich vor dem Lesen darauf eingestellt, dass der Fokus schon beim Rachefeldzug von Dana und Amanda liegt, das tut es aber nicht – bei Weitem nicht. Zumindest bis zur Hälfte. Ja, man muss sich auf einen langsamen, sehr langsamen Storyaufbau einstellen. Zuerst erleben wir, wie Dana versucht, sich in der androzentristischen Comedy-Szene zurechtzufinden, während Amanda ihr von der männerdominanten IT-Szene, in der sie als IT-Spezialistin gearbeitet hat, erzählt. „Wie du mir“ kann man bestimmt als feministischen Thriller bezeichnen – ein Feminismus der radikalsten Sorte. Eine Welt, in denen Männer ihre Macht schamlos ausnutzen. Ja, wir reden (auch) von Sex, und ich habe während des Lesens keine Sekunde daran gezweifelt, dass es solche Zustände tatsächlich gibt. Dazu muss man nur einmal kurz „Me too“ googeln. Vielleich war dieser Hashtag auch Stein des Anstoßes für die Idee dieses Buch.

In der zweiten Hälfte zieht das Tempo dann an, zeitweise mutiert „Wie du mir“ zu einem Pageturner. Ich habe „Good as gone“ zwar nicht gelesen, aber ich hab so das Gefühl, dass es dort ähnlich ist. Ich mag so etwas ja eigentlich gerne, wenn Bücher zwei Gesichter haben – meistens bin ich dafür aber dann doch zu ungeduldig und die Angst zu groß, dass die Handlung bis zum Ende vor sich hindümpelt. Bei „Wie du mir“ hat es sich allerdings gelohnt.

Was mich dann doch etwas verwirrt zurückließ, war eine Szene in einem Lagerhaus, wo das Handeln von Dana nur schwer nachvollziehbar ist. Auch die Beziehung zwischen Dana und Jason ist alles andere als klar. Ich hatte beim Lesen noch einige andere Kritikpunkte, aber die haben sich irgendwann verloren – mit etwas Geduld weiß „Wie du mir“ vortrefflich zu unterhalten.


Epilog: „Wie du mir“ von Amy Gentry ist ein vielseitiger und gleichzeitig zweiseitiger Psychothriller. Ein Thriller, der einige Themen in den Topf wirft, sich aber doch irgendwo auf eine Handvoll davon fokussiert. Die Protagonistin erzählt völlig unaufgeregt, was hier vor sich geht und insgesamt weiß „Wie du mir“ zu gefallen – wenn man ausreichend Geduld mitbringt.

Daten zum Buch 

Autor: Amy Gentry
Titel: Wie du mir
Originaltitel: Last Woman Standing
Übersetzung: Astrid Arz
Seiten: 416
Erschienen am: 25. Februar 2019
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN-10: 3570103714
ISBN-13: 978-3570103715

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