[Rezension] Claire Kendal: Die zweite Schwester

Miranda ist seit zehn Jahren spurlos verschwunden, vor einigen Jahren wurde sie für tot erklärt. Zurückgelassen hat sie einen Sohn, der von seinen Großeltern und seiner Tante Ella aufgezogen wird. Wer der Vater ist, ist unbekannt. Nun will Ella herausfinden, was mit ihrer Schwester passiert ist – ob sie tatsächlich tot ist. Also geht sie einigen Spuren nach, die sich aufgetan haben, denn sie will endlich Gewissheit haben. Vor allem ihr Neffe Luke soll Gewissheit haben, was mit seiner Mutter passiert ist. Doch Ella kämpft allein an der Front, denn weder ihre Eltern, noch ihr Kindheitsfreund und Polizist Ted unterstützen sie. Also sucht sie alleine. Doch ganz so alleine ist sie dann doch nicht – und begibt sich dabei in Gefahr …  Weiterlesen

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[Was. Wann. 2/19] Diese Bücher erscheinen im Februar

Bücher erscheinen immer, den Überblick zu bewahren ist nahezu unmöglich. Nicht so, wenn ihr beim Krimisofa vorbeischaut, denn ab diesem Jahr erscheint immer am Ersten des Monats ein – zumindest grober – Überblick über einige Neuerscheinungen im Krimi/Thriller/Horror-Segment. Ich erhebe keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit, aber zumindest die Mainstream-Verlage sind halbwegs abgedeckt. Eine Ergänzung dazu findet ihr zum Beispiel beim Schurken.Blog.Die Sofa-Hypeskala verdeutlicht, wie sehr ich persönlich mich auf einer Skala von 1-10 auf das Buch freue. Viel Spaß beim stöbern.  Weiterlesen

[Rezension] Brad Parks: Ich vernichte dich

Melanie Barrick ist eine liebende Mutter und Ehefrau. Sie liebt ihren Sohn abgöttisch, genau wie ihren Ehemann, der gerade an seiner Dissertation in Geschichte arbeitet. Als Melanie ihren Sohn nach der Arbeit vom Kindermädchen abholen will, ist es nicht da. Es wurde vom Sozialamt abgeholt. Einfach so? Nein. In Melanies Haus wurde eine große Menge Kokain gefunden und zum drüberstreuen wird ihr noch vorgeworfen, dass sie ihr Kind verkaufen wollte. Melanie weiß, dass das Schwachsinn ist – glauben tut ihr niemand. Aber wer hat ihr das Kokain untergejubelt? Etwa ihr Bruder, der jahrelang drogenabhängig war, oder wer anderer? Aber wer? Melanie ist komplett rat- und hilflos, denn sie wird gleich wegen drei Tatbestände angeklagt … Weiterlesen

[Rezension] Anna Simons: Verborgen – Der erste Fall für Gefängnisärztin Eva Korell (Eva Korell – Band I)

Eva Korell ist gerade von Berlin nach München gezogen und fängt als Ärztin in der hiesigen JVA an. Direkt am ersten Tag leistet sie bei einer Frau Erste Hilfe, die auf der Straße herumirrt und sich schließlich den Kopf stößt, weil sie umfällt. Nicole Arendt ist völlig durch den Wind. Ihr Mann sitzt im Gefängnis und kommt in wenigen Wochen raus. Zurück zu ihr. Jahrelang hat er sie misshandelt. Nun hat sie Schmuck in der Wohnung gefunden, den sie nie zuvor gesehen hat. Hatte Robert etwa eine Andere? Oder hat es irgendetwas mit der Vergewaltigungsserie zu tun, die ein Jahr zuvor die Medien dominiert hat? Ist ihr Mann gar der Vergewaltiger? Nicole ist verwirrt, weiß nicht, was sie tun soll. Also kontaktiert sie Korell, will ihr von ihrem Fund erzählen – die neue Anstaltsärztin wird ja etwas herausfinden können. Aber die weist sie brüsk zurück, will mit der Sache nichts zu tun haben – doch plötzlich verschwindet Nicole spurlos … Weiterlesen

[Rezension] Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt: Die Opfer, die man bringt (Sebastian Bergman – Band VI)

In Schweden geht ein Serienvergewaltiger um, und Klara ist das nächste Opfer. Die Polizei von Uppsala untersucht den Fall, steht aber an, denn das Team ist zu klein um den Fall, der immer größere Ausmaße annimmt, adäquat zu untersuchen. Also tritt die Chefin der Truppe an Sebastian Bergman heran um ihn als Profiler anzuheuern. Grund genug für Vanja, die gerade von der Reichsmordkommission in Stockholm nach Uppsala gewechselt ist, wieder zurück zu wechseln. Doch als eine Leiche im Zusammenhang mit dem Vergewaltiger auftaucht, wird auch die Reichsmordkommission auf den Plan gerufen – shit happens.
Eine Frau, die alle Opfer kennt, ist Ingrid Drüber. Sie leitete vor einigen Jahren eine Gruppe innerhalb der Kirche. Heute steht sie mitten im Wahlkampf, denn sie will Bischöfin werden, weshalb sie nicht daran denkt, zur Polizei zu gehen, um ihr Wissen zu teilen – bis sie plötzlich selber zum Opfer wird … Weiterlesen

[Rezension] D.B. John: Stern des Nordens

Sie vermisst ihre Zwillingsschwester und weiß, dass sie am Leben ist; auch wenn alle anderen das Gegenteil behaupten.
Jenna Williams unterrichtet an der Uni in Washington und zählt zu den klügsten Köpfen im US-Bundesstaat Virginia. Das schindet Eindruck beim CIA, denn dieses will sie von der Uni abwerben. Zuerst will Jenna nicht, doch dann entscheidet sie sich doch dafür, die zehnmonatige Ausbildung auf der „Farm“ zu absolvieren. Vor allem, weil sie darauf hofft, so ihre Schwester Soo-min zu finden, die vor zwölf Jahren gemeinsam mit ihrem Freund ertrunken sein soll.
Oberstleutnant Cho Sang-ho ist Beamter in Nordkorea – er gehört, wie sein Bruder, zur Elite des isolierten Landes, in dem sich alles um den Führer, den General, den Leitstern des einundzwanzigsten Jahrhundert, Kim Jong-il, dreht. Doch Cho hat Angst, denn seine Vorfahren könnten dem Führer schlecht gesinnt gewesen sein – und wenn er das herausfindet, wären die Karrieren von ihm und seinem Bruder schlagartig beendet … Weiterlesen

[Vorschau #12] Diese Bücher werden demnächst rezensiert

Der Bücherstapel steht hier und wartet darauf, abgearbeitet zu werden. Folgende Bücher werden in den nächsten Wochen in Form einer Rezension auf dem Krimisofa veröffentlicht. Die Klappentexte habe ich schamlos von den Seiten der Verlagsgruppen Random House & Bastei Lübbe, sowie von den Seiten der Verlage Schöffling & CoLiebeskind ;geklaut ).
Die Reihenfolge ist nicht endgültig, aber in der Regel wie hier dargestellt.. Die Rezensionstermine sind nur voraussichtlich – Änderungen vorbehalten.  Weiterlesen

[Rezension] Karin Slaughter: Ein Teil von ihr

Andreas einunddreißigster Geburtstag verändert ihr Leben. Als sie mit ihrer Mutter in einem Diner sitzt, kommt ein Mann, läuft Amok und tötet zwei Menschen. Dann will er Andrea töten, doch ihre Mutter stellt sich in den Weg und sagt „Erschieß mich“ – am Ende ist der Mann tot. Laura, Andreas Mutter, hat ihm die Kehle durchgeschnitten. Auf einem Handyvideo, das einer der anderen Diner-Besucher gemacht hat, sieht Andrea Entschlossenheit in Lauras Blick. Nachdem die Polizei sie vernommen hat, sagt Laura zu Andrea, dass sie sofort weggehen soll. In einen anderen Bundesstaat. Sie darf erst wieder kommen, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. Andrea gehorcht und fragt sich, wer ihre Mutter eigentlich ist. Auf ihrer Reise lernt sie die andere Seite ihrer Mutter kennen und kann es nicht fassen …

Einzelbewertung Gesamtbewertung
Plot: 4/5
Atmosphäre: 4/5
Charaktere: 4/5
Spannung: 4/5
Showdown: 4/5

Die Welt ist eine Bühne, wir sind die Schauspieler und schlüpfen in verschiedente Rollen. Wir spielen Ärzte, Verkäufer, Vater, Mutter oder Blogger – doch wer sind wir wirklich? Unseren Eltern treten wir anders gegenüber als unseren Chefs. Privat versus Professionell. Verschiedene Rollen. Karin Slaughter spielt in „Ein Teil von ihr“ mit diesem Thema und bedient sich dabei einer extremen Welt.

 

was erwartet man anderes als ein Gemetzel beim Namen Slaughter?

Andrea ist wie oben geschrieben einunddreißig. Sie hat Theaterwissenschaft in New York studiert, hatte eine Affäre mit einem ihrer Professoren, der ihr eine Stelle in der Nähe des Broadways besorgt hat; den Brettern, die ihre Welt bedeuten – bedeutet haben. Nach sechs Jahren New York ging sie nach Belle Island, was am anderen Ende der USA liegt. Ihre Mutter hatte Krebs, was der Grund für ihren Umzug war. Den Krebs hat Laura überlebt, doch Andrea blieb und arbeitet heute in der Notrufzentrale der örtlichen Polizei. Das was ihr bis jetzt über Andrea gelesen habt, könnt ihr sofort wieder vergessen, weil es in der restlichen Geschichte überhaupt keine Rolle spielt. Was wichtig ist, ist, wie Andrea den Rauswurf ihrer Mutter verarbeitet, wie sie damit umgeht und was sie daraus macht. Andrea ist ziemlich nah am Wasser gebaut und bekommt kaum den Mund auf, wenn sie Informationen bekommen will – was allerdings auch eine traumatische Reaktion vom Amoklauf sein könnte, wir wissen es nicht. Andrea ist vielleicht die Protagonistin, die Hauptcharakterin ist aber zweifelsohne ihre Mutter, obwohl diese nur zu Beginn und am Ende der Geschichte auftritt.

Zwischendurch schickt uns die Geschichte immer wieder zurück ins Jahr 1986, wo eine anarchistische Zelle die Welt verändern will. Wie das in die restliche Geschichte passt, kann man zu Beginn nicht ahnen, später wird dieser Erzählstrang aber wesentlich besser als der über Andrea.

Karin Slaughter steht schon länger auf der Liste jener Autoren, die ich lesen wollte. Bei „Die gute Tochter“ war ich kurz davor, es mir zu besorgen, doch dann kam ein anderes Buch dazwischen – jetzt war es aber soweit. Und schon der Einstieg ist irre rasant, bereits im ersten von gar nicht mal so vielen, dafür unverschämt langen Kapiteln, fließt das Blut in Strömen – aber was erwartet man anderes als ein Gemetzel beim Namen Slaughter? Eben. Was mir auch gut gefallen hat, war die Perspektive. Wir nehmen nämlich nicht die Rolle der Mutter, sondern die der Tochter ein – denn Andrea ist bezüglich ihrer Mutter ja komplett ahnungslos. Und so deckt sie nach und nach ihre Geschichte auf und macht dabei selber einen Wandel von der verschüchterten Andrea zur selbstbewussten durch. Andrea wird übrigens durchgehend Andy genannt. Den Grund dafür kann man nach und nach erahnen

Nach den ersten Kapiteln, die, wie geschrieben, irre rasant sind, gestattet uns Slaughter eine Verschnaufpause, denn wir reisen zweiunddreißig Jahre zurück. Dort ist es zunächst emotional und später nimmt die Zeitreise auch noch politische Züge an. Später nimmt die Handlung aber wieder an Fahrt auf. Insgesamt finde ich Slaughters Schreibstil sehr gut, zwischendurch bringt sie uns sogar zum lachen.

Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war die Kapitellänge. Teilweise gehen sie wirklich über vierzig, fünfzig Seiten, noch dazu ohne Absätze – eine halbe Stunde hinsetzen und ein paar Kapitel lesen ist nicht drin. Aber das ist wohl Slaughters Stil. Man muss sich wirklich Zeit nehmen oder sehr schnell lesen. Gegen Ende könnten ein paar Logikfehler drin sein, aber da bin ich mir nicht hundertprozentig sicher. Andrea bekommt am Ende einiges erzählt, von dem ich mir nicht sicher bin, ob sie – aufgrund fehlendem Vorwissen – alles nachvollziehen kann. Es wirkt eher wie ein Service für die Leser.

Alles in allem ist „Ein Teil von ihr“ ein sehr gutes Buch und es wird nicht mein letzter Slaughter gewesen sein – ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt.

Tl;dr: „Ein Teil von ihr“ von Karin Slaughter ist ein rasanter und mitunter ziemlich brutaler und blutiger Thriller, dessen Hauptcharakter von der ersten bis zur letzten Seite zwar ständig über allem schwebt, aber nur selten in der Geschichte auftritt. Die Protagonistin hingegen ist eine verschüchterte – möglicherweise traumatisierte – Frau, die nach und nach die Vergangenheit ihrer Mutter aufdeckt und dabei selber einen Wandel durchlebt.


Daten zum Buch

Autor: Karin Slaughter
Titel: Ein Teil von ihr
Originaltitel: Pieces Of Her
Übersetzer: Fred Kinzel
Seiten: 544
Erschienen am: 1. August 2018
Verlag: HarperCollins
ISBN-10: 3959672144
ISBN-13: 978-3959672146e

[Rezension] Riley Sager: Final Girls

Sie ist ein Final Girl, eine Überlebende. Sie hat das Massaker von Pine Cottage überlebt – als einzige. Heute bäckt sie, denn backen ist Therapie, das ist eine von vielen Regeln, die sie auf ihrem Blog stehen hat. Quincy heißt sie und sie blickt nicht zurück, sie hat das Trauma überwunden – bis Sam auftaucht. Samantha Boyd ist ebenfalls ein Final Girl und ist die letzten Jahre untergetaucht, ist umhergezogen, war da und dort, ohne festem Wohnsitz und ohne viel Geld – wenn überhaupt. Nicht selten gibt sie sich selbst einen Fünffinger-Rabatt und lässt das ein oder andere Kleidungsstück oder anderes Zeug mitgehen, das sie will oder braucht. Nun steht sie vor Quincys Haus. Einfach so. Und weckt in ihr Erinnerungen, die Quincy nie wieder sehen wollte …  Weiterlesen