[Rezension] Simon Lelic: Liar’s Room – ZWEI LÜGNER, EIN RAUM, KEIN ENTKOMMEN

Susanna ist Psychotherapeutin und empfängt einen neuen Klienten. Sie schätzt ihn auf ungefähr 19 und er gefällt ihr, sie findet ihn attraktiv. Er ist schüchtern und wirkt anfangs unsicher. Irgendwann fasst er schließlich Mut und erzählt ihr, dass er ein Mädchen kennengelernt hat, sie ist etwas jünger als er und er beschreibt sie als wunderschön. Doch er hat Angst – davor, ihr wehzutun. Er erzählt ihr von seiner Kindheit, davon wie ihm immer wehgetan wurde – nicht aktiv, aber sein Vater hat auch nicht eingegriffen, wenn er von anderen verprügelt wurde. Er hasst seinen Vater deshalb; seine Mutter hat er verloren, als er fünf war. Nun hat er eben dieses Mädchen kennengelernt, von der er jetzt ein Foto aus der Tasche zieht – darauf Susannas Tochter Emily. Adam, Susannas Klient, hat sie gefangen genommen – um sie freizubekommen, muss sich Susanna mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Einer Vergangenheit, die sie verdrängt hat  … Weiterlesen

[Rezension] Karsten Dusse: Achtsam morden

Björn Diemels Privatleben liegt in Trümmern. Seine Ehe ist im Eimer und seine Tochter sieht er nur wenn sie schläft – sie sieht ihn de facto nie. Um seine Work-Life-Balance in den Griff zu bekommen, verdonnert ihn seine Frau zu einem Achtsamkeitstraining. Da Björn seine Ehe lieb ist, willigt er ein und erkennt, zu welchen Zwecken man Achtsamkeit noch einsetzen kann. Björn ist nämlich Strafverteidiger und hat einen schwierigen Mandanten, der gerade jetzt, wo Björn sein Leben in den Griff bekommt, schwer belastet wird – er hat Mord begangen, was nicht gerade vorteilhaft ist, wenn man als Mafiaboss ohnehin ständig im Fokus der Polizei ist. Und auch das Video, das es von dem Mord gibt, trägt nicht gerade zur Entlastung bei. Björn beschließt kurzerhand, seinen Mandanten umzubringen – mit aller Kunst der Achtsamkeit …  Weiterlesen

[Rezension] Elisabeth Norebäck: Das Schweigemädchen

Einst hatte sie eine Tochter, bis sie spurlos verschwand. Ertrunken sei sie, sagen alle – sie glaubt ihnen nicht. Heute, zwanzig Jahre später, ist Stella Psychotherapeutin, hat einen neuen Mann und einen Sohn. Die Familie ist glücklich, bis plötzlich Isabelle in Stellas Praxis auftaucht. Ist Alice, ihre verschwundene Tochter, von den Toten auferstanden? Denn es gibt ein paar körperliche Merkmale, die sie das glauben machen Stella verbeißt sich in dieser Idee – das hat sie schon einmal und wurde daraufhin in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Doch diesmal ist es anders, denkt sie. Keiner glaubt ihr. Wie damals. Die Situation bringt ihr Leben aus dem Gleichgewicht, die Familie ist nicht mehr glücklich. Und irgendwann glaubt Stella selbst, verrückt zu werden …

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[Rezension] Andreas Gruber: Rachewinter (Pulaski/Meyers – Band III)

Zwei Dachdecker beobachten und filmen ein Paar, das gerade Sex hat. Kurze Zeit später tötet der eine den anderen – und die zwei Spanner sind nur darüber verwundert, dass sie sich gerade an einem schwulen Pärchen aufgegeilt haben. Kurze Zeit später meldet sich der Täter bei Evelyn Meyers, die ihn vor Gericht verteidigen soll.
Walter Pulaski steht hingegen zur selben Zeit sechshundert Kilometer weiter vor einer Leiche mit einer Schere im Ohr. Ein Unfall, sagen alle – Mord, sagt Pulaski. Aber wie? Und wer? Er soll den Fall klären. Das sagt nicht sein Chef, sondern seine Tochter; denn der Tote war der Vater ihrer besten Freundin – und führte offensichtlich ein Doppelleben…  Weiterlesen

[Rezension] Karen Perry: Girl Unknown – Schwester? Tochter? Freundin? Feindin?

Da steht sie in meinem Büro. Bis vor wenigen Tagen dachte ich, sie wäre nur eine Studentin von mir, doch jetzt ist sie wesentlich mehr – nämlich meine Tochter. Das behauptet sie zumindest. Völlig schüchtern und unsicher, so zerbrechlich war sie, als sie es mir in meinem Büro an der Uni eröffnete, die Bombe platzen ließ. Die Druckwelle war enorm, erschütterte alles rund um mich. Doch ich stellte mich der Herausforderung und akzeptierte sie als meine Tochter. Meine Frau nicht.
Ich kann sie nicht leiden, sie spielt ein falsches Spiel, das spüre ich – sie will einen Keil zwischen David und mich treiben. David gegenüber tritt sie immer so schüchtern auf, doch wenn ich mit ihr alleine bin, ist sie eiskalt. Sie muss weg, sonst geht diese Familie zugrunde… Weiterlesen